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Über "Querdenkerei" in der Gründerszene bei Startplatz

Pooh. Ein Vormittag bei Startplatz in Köln – Mediahaus. Besser gesagt 2, 5 Stunden Inspiration mit Ben Kasselmann und mein Gehirn ist überfüttert. Nicht mehr aufnahmefähig – im positiven Sinne.

Ich halte es da mehr mit seinem Sparringspartner Tobias Tauch – strukturiert. Eine Idee nach der anderen. Einzeln erklärt. Irgendjemand muss Ben ja mal bremsen. Beide arbeiten übrigens im Eventmanagement.


(Ben Kasselmann, li., Tobias Tauch, re.)

Gradlinig quer gedacht

Visionär und Querdenker schimpft sich heutzutage jeder, der was auf sich halten will. Hört sich auch gut an. Ich selbst würde den Titel „Querdenkerin“ als Kompliment empfinden. Eckst aber auch an. Andere denken lieber gerade aus – Gradlinigkeit kommt schneller ans Ziel. Wirklich?

„Querdenker“ verkaufen Ideen, werden letztlich gekauft, werden Mainstream. Ein normaler Prozess, denn schliesslich geht es doch darum sich Brot auf die Butter schmieren zu können. Ben ist da – gelinde gesagt – etwas abgebrühter oder sagen wir es mal wie es ist , geradeaus: Es ist ihm egal. Juckt ihn nicht. Was jeder sagen kann, aber man nicht jedem abnimmt ist diese Aussage: „Ich bin nicht käuflich“. Respekt, aber glaubhaft in einer kapitalistischen Welt?

Nochmal nachgefragt.

„ Ich habe so ein Wissen, dass man mich nicht mehr kaufen kann“. Und er will es wirklich nicht. Was gibt es Schwarzmalerei auf dem Arbeitsmarkt und dann hat man den Mut einen gutbezahlten Job auf Führungsebene abzusagen?

Frage.

Erklärung folgt prompt. „Das Problem ist – wenn ich da anfangen würde, würde ich als erstes deren Produkt abschaffen. Wie kann ich es da vermarkten?“ Hat er wohl auch so beim Vorstellungsgespräch direkt gesagt.

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„Manchmal sollte man die Perspektive wechseln.“

Ohne Umschweife. Brutal direkt. Ergebnis war, dass das Interesse an seiner Person gestiegen ist.

Einfach Ben.

Originell. Unverfälscht. Ehrlich. Ideenreich.

Sind das die 4 Schlüssel zum Erfolg?

Ein Mann, der denken, hören und sprechen kann. Gleichzeitig natürlich mit drei unterschiedlichen Personen und fundierte Antworten gibt. In den 2, 5 Stunden hätte ich mir gewünscht mich eine Stunde hinzusetzen um nach jeden 10 Minuten eine neue Geschichte zu schreiben. Zeit ist leider Mangelware.

Was man selbst nicht kann, kann man in Auftrag geben. Management eben. Also habe ich Ben gebeten seine Geschichte aufzuschreiben. Noch besser, er redet und jemand anders schreibt.

Was er erzählt ist das, was jede Start-Up wissen sollte. Der Dünger für das Geschäft, das gepflanzt wird.

Von Turnschuhen und Traditionen

O.K. Bis vielleicht auf die Geschichte von den Sneakern. Denen, die er gekauft hat aber noch nie angehabt hat, weil er sie sammelt. Und ja, er habe mehr Schuhe als Frauen.

Frage an alle unter 30: Darf man eigentlich noch „Turnschuh“ sagen? Da er aus einem traditionellen Elternhaus kommt wahrscheinlich schon. Autsch, traditionell. „Das ist halt so“. Warum? „Das ist halt so“. Diese 4 kurzen Worte treiben Ben zum Wahnsinn. Warum?, habe er gefragt. Was ist der Zweck?

Diese unbefriedigende Antwort, nochmal: „Das ist halt so“ ist nicht nur ein Nonsense in Kulturen, sondern auch die Bremse in der Wirtschaft. Inoffizielle Regeln, Gewohnheiten, Bräuche. Nichts Neues. Wie kann dort Wachstum entstehen? Neu denken ist nicht nur hip oder cool – es ist eine Notwendigkeit.

Online gehen ist eine Notwendigkeit. Die Dinge einfacher zu gestalten ist der Zweck. Begeisterung hervor zu rufen ist das Ziel. Menschen zusammen zu bringen.

Apropos zusammen bringen. Vielleicht ist der Tag zum Gründen am 10. Juli in Köln was für dich?