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3 Expertentipps: Mehr Reichweite für dein Unternehmen

Expertinnen für Social Media, Website-Texte und PR

Du hast dein eigenes Unternehmen gegründet, aber die Kunden bleiben noch aus? Dann wird es Zeit für dich, die Ärmel hochzukrempeln - denn du kannst einiges tun, um dein Unternehmen sichtbarer zu machen:

Wir haben drei Expertinnen und Debitoor Nutzerinnen zu Social Media, Website und PR befragt. Im Interview geben sie dir wichtige Tipps, wie du über diese Kanäle mehr Reichweite für dein Unternehmen generierst - und darüber neue Kunden gewinnst!

Social Media: Mehr Reichweite auf Facebook & Co.

Social Media Expertin Nourolhoda Nourshahi von Luxregia

Deine Facebook-Seite dämmert dröge vor sich hin? Nourolhoda Nourshahi ist Social Media Expertin und weiß, wie du auf Facebook & Co. mehr Kunden gewinnst!

Warum hast du dich als Social Media Beraterin selbstständig gemacht?

In der Selbständigkeit ist man seine eigene Chefin. Und auch wenn das mit vielen Pflichten verbunden ist, hat man auch genauso viele Freiheiten in der Kampagnen- und Projektplanung.

Ich habe seit dem Start in die Selbständigkeit unglaublich viele interessante Entrepreneure kennengelernt und habe das Glück jetzt in einer Coworking-Agentur mit anderen Freiberuflern zusammen zu arbeiten. Das ist inspirierend und zeitgleich können 360 Grad Kundenprojekte im Team umgesetzt werden.

Auch kann ich parallel als Dozentin tätig sein und Unternehmern zeigen wie Social Media, als Marketing Instrument zur Verbesserung der Sichtbarkeit eingesetzt werden kann.

Welche Rolle spielt Social Media im Marketing-Mix für Gründer / Selbstständige?

In Deutschland nutzen rund 40 Millionen Internetnutzer aktiv soziale Netzwerke. Ein Großteil dieser Personen erachtet es als sinnvoll und nützlich, aus dem eigenen Umfeld Empfehlungen und Tipps zu erhalten.

Social Media ist eine weitere Schnittstelle in der Kommunikation zum potentiellen Kunden. Anders als auf der Website in einen Monolog zu treten, tritt man in Social Media in einen Dialog zur Zielgruppe:

Du gesellst dich deiner Zielgruppe hinzu und nimmst ein Gespräch auf, welches zum Ziel haben sollte Interaktion mit deinen Unternehmenswerten und deinem Produkt zu führen. Du kannst durch Social Media eine Beziehung zum Konsumenten aufbauen, indem du Emotionen erzeugst und eine Geschichte erzählst.

Gemeinsam mit deinen sonstigen Marketingkanälen wie Website, Broschüren, stationäres Geschäft oder Messeteilnahmen formst du ein harmonischen Gesamtbild deines Unternehmens. Ist erst einmal Vertrauen zum Produktportfolio und Service kreiert liegt der Kaufentschluss nicht mehr fern.

Gleichzeitig ist Social Media ein mächtiges Instrument für die Kunden- und Mitarbeiterbindung. Du kannst hier aus Usern richtige Fans machen und mit überschaubarem Budget viel Aufmerksamkeit erzeugen.

Wie können sich Gründer & Selbstständige auf Social Media - z.B. Facebook - mehr Reichweite verschaffen?

Step 1

Zunächst einmal gilt es sich der eigenen Alleinstellungsmerkmale klar zu werden und daraus eine Kommunikationsstory abzuleiten.

Was bedeutet toller Service (erstklassige Qualität) ganz konkret für dich? Welchen Nutzen hat jemand von deinem Service/Produkt? Mit welchen Worten empfiehlt man dich weiter?

Sobald du dir diese Fragen beantwortet hast, leitest du hieraus deine Postings ab (Stichwort Content Marketing). Denn, Menschen lieben seit Jahrtausenden Geschichten. Schau dir alle top Marken an (Bsp. Nivea, Nike, Coca Cola etc.), sie alle erzählen eine Geschichte und erzeugen Emotionen.

Step 2

Du wählst den passenden Social Media Kanal für deine Zielgruppe aus. Kriterium ist hierbei das Alter deiner Zielgruppe und ob es sich um einen Business Kunden oder einen Endverbraucher handelt.

In Social Media legst du jetzt los und baust deine eigene Marke auf, um am Ende Umsätze zu generieren. Zur Orientierung: Deine Postings sollten jeweils einen der drei folgenden Punkte erfüllen, um eine hohe Reichweite und Aufmerksamkeit zu erzielen:

  • Inspiration
  • Unterhaltung
  • Information

Step 3

Mach „Social Listening“, schau dir deine Branche und deine Wettbewerber an. Welche Kanäle werden von ihnen genutzt. Welche Beiträge und Inhalte kommen bei den Fans gut an? Was begeistert und interessiert deine Zielglruppe? So bekommst du ein Fingerspitzengefühl für den richtigen Ton und Umgang mit deinen Fans.

Kannst du uns 3 konkrete Tipps nennen, die Gründer schnell & einfach für ihre Facebook Seite umsetzen können?

  1. Einen Redaktionsplan für einen Monat planen und die Beiträge für Basic Content einplanen. Das spart Zeit für das Tagesgeschäft.

  2. Nutze einen Eye-Catcher: In der bunten Welt des Facebook-Newsfeeds geht so manches Bild unter! Überlege genau, mit welchem Bild du die Aufmerksamkeit deiner Zielgruppe wecken kannst. Nutze unterschiedliche Formate wie Fotos, Slideshows und Videos. Bildportale wie z.B. Unsplash bieten kostenlose ansprechende Bilder.

  3. Veröffentliche Schnappschüsse oder Kurzvideos, mit dem Smartphone aufgenommen mit Blick hinter die Kulissen oder ansprechende Zitate. Das befördert die Reichweite und generiert Aufmerksamkeit.

Website: Mit guten Texten neue Kunden gewinnen

Texterin Berit Sliwinski

Du hast zwar eine Website - aber keine Website-Besucher? Berit Sliwinski ist Texterin und weiß, wie du über gute Website-Texte neue Besucher und Kunden gewinnst:

Warum hast du dich als Texterin selbstständig gemacht?

Ich habe mich selbstständig gemacht, weil ich Freiheit und Abwechslung liebe. Bei einem festen Job in einer Agentur oder Redaktion war ich zum einen an die Bürozeiten gebunden, zum anderen wiederholten sich die Themen bisweilen stark.

Ich wollte auf eigenen Beinen stehen, mir meine Arbeitszeit selbst einteilen und verschiedene Bereiche ausprobieren. Dabei ging es mir einerseits um das Medium und andererseits um die Themen. Es kann sein, dass ich heute die Website für einen Immobilienmakler texte und morgen einen redaktionellen Beitrag über Festivals schreibe.

Auch den Ort, an dem ich arbeite, kann ich mir aussuchen. Wenn es zuhause zu langweilig wird, setze ich mich in ein Café mit Internet oder gehe einfach raus ins Grüne, wenn ich nur schreiben will. Ich kann auch mal das Land für eine Weile verlassen. Das habe ich letztes Jahr durchgezogen und war zwei Monate auf Bali.

Last but not least: das Gehalt. Als Selbstständige verdienst du um einiges mehr als in Festanstellung. Insgesamt habe ich es bis heute keinen Tag bereut, freiberuflich zu arbeiten. Ich kann es mir nicht mehr anders vorstellen.

Welche Rolle spielen gute Website-Texte für Gründer/Selbstständige?

In guten Website-Texten kann ein Gründer oder Selbstständiger sein Angebot auf den Punkt bringen, seine Reichweite erhöhen und potenzielle Kunden werben. Gute Texte transportieren Professionalität, Vertrauen und Stil. Mit dem gewählten Duktus erzeugen sie Einzigartigkeit. Daher ist es extrem wichtig, hier auf Experten zu vertrauen, die wissen, was sie tun.

Es kommt natürlich auf die Zielgruppe an, aber im B2B-Bereich kann man davon ausgehen, dass an der Spitze Leute mit Köpfchen sitzen, die einen schlechten Text schnell entlarven. Das ist dann einfach nur peinlich. Ein schlechter Text sagt: Hier sind keine Profis am Werk, hier wird geschlampt. Das möchte niemand.

Text ist in allen Bereichen der Kommunikation präsent. Daher steht und fällt ein Image — das eines Unternehmens, einer Marke, einer Person — meiner Meinung nach mit den verwendeten Worten, Aussagen und Formulierungen.

Wie schreibt man Website-Texte - z. B. Blogtexte - die für mehr Traffic sorgen und potenzielle Kunden ansprechen?

Das A und O sind meiner Meinung nach Authentizität und Relevanz. Für Traffic ist vor allem die Suchmaschinenoptimierung verantwortlich. Kleine Änderungen reichen schon, um seinen Content für Suchmaschinen, aber eben auch für die User relevanter zu machen.

Bei Blog-Texten steht die Persönlichkeit des Bloggers im Vordergrund. Der sollte sich nicht verstellen oder versuchen, jemand zu sein, der er nicht ist. Das fällt immer auf. Lieber ehrlich sein und auch mal Schwächen zugeben. Das wirkt sympathisch und vertrauenswürdig.

Darüber hinaus sind schlichte und strukturierte Texte Trumpf. User surfen in hohem Tempo durchs Netz. Wer da zu lange Beiträge schreibt, die nicht auf den Punkt kommen und am besten noch in einem riesigen Textklumpen am Bildschirm kleben, braucht sich nicht über die hohe Absprungrate zu wundern.

Du musst es den Lesern einfach machen, deine Informationen aufzunehmen. Stell das Wichtigste an den Anfang und packe deine Infos in leicht verdauliche Häppchen – also mehrere kurze Abschnitte mit Überschriften. Du kennst deine Zielgruppe am besten. Dann formuliere auch so, dass sie dich versteht.

Kannst du uns 3 konkrete Tipps nennen, die Gründer schnell & einfach für ihren nächsten Blog-Text umsetzen können?

Schreib, wie du sprichst.

Nein, damit ist nicht die Rechtschreibung gemeint. Es geht darum, einfach und verständlich zu schreiben. Das ist gar nicht so leicht, aber wichtig, wenn du möglichst viele Menschen erreichen möchtest. Wenn dir das gelingt, hast du gleichzeitig noch etwas Persönlichkeit und Emotion in deinem Text verarbeitet. Das schadet nie. Übrigens: Kurze Sätze sind ein Anfang.

Nimm dir Zeit.

Ein Text sollte — wie ein gutes Chili — eine Weile ziehen. Denken geht manchmal schneller als schreiben. Dadurch werden im Text dann wichtige Dinge vergessen oder man macht Gedankensprünge, die keiner nachvollziehen kann. Daher empfehle ich, einen Text auch mal 2-3 Tage liegen zu lassen. Beim erneuten Lesen fallen Fehler dann eher auf.

Denke an das Korrekturlesen

Fehler passieren auch den Profis. Den eigenen Text zu prüfen, ist sogar schwieriger, weil es an Distanz fehlt. Wer bislang nur hobbymäßig geschrieben hat, also mit Rechtschreibung und Grammatik nicht viel am Hut hatte, sollte unbedingt einen professionellen Lektoren oder eine Lektorin über den Text gucken lassen.

Die findet garantiert noch 10 Fehler, die sich sonst durchgemogelt hätten. Auch kleine sprachliche Unreinheiten können hier noch ausgebügelt werden.

PR: Mehr mediale Aufmerksamkeit erhalten

PR-Beraterin Martina Müllner-Seybold von MMPR

Hast du auch schon oft von einem eigenen Artikel über dich in der Zeitung geträumt? Dann solltest du dir die folgenden Tipps von PR-Beraterin Martina Müllner-Seybold zu Herzen nehmen!

Warum hast du dich als PR-Beraterin selbstständig gemacht?

Mein Einstieg in die PR war ein ganz natürlicher: Ich war Modejournalistin, habe mich oft über schlechte Pressetexte gewundert. Sie also kurzerhand selbst angeboten. Irgendwann stand der erste Kunde vor mir und fragte: Kannst Du das auch an die Medien ausschicken? MMPR war geboren.

Das ist 15 Jahre her, inzwischen hat sich die Branche tief gewandelt. PR ist um Social Media, Blogger-Relations und Content gewachsen, also ist es auch für uns Zeit, uns zu wandeln: Mit ueberMode bieten wir PR eingebettet in ein modernes Portfolio an Kommunikation und Consulting.

Welche Rolle spielt PR im Marketing-Mix für Gründer / Selbstständige?

Für jedes Unternehmen, das langfristig denkt, ist PR eine lohnende Investition. Start-ups sind ja die Rockstars unseres Zeitalters, entsprechend groß ist auch das Interesse von Medien an neuen Unternehmen.

Wichtig ist, dass man weiß, wie man seine Story erzählt. Und immer wieder neu erzählt. Die schnelllebigen Zeiten erfordern, dass man seine Geschichte als fertige, journalistisch anspruchsvolle Story konzipiert – und zwar in hoher Schlagzahl und immer wieder neu und spannend.

Da ist es goldrichtig, sich für die PR jemanden mit redaktionellen Wurzeln an Bord zu holen – oder wenn es ein sehr Social Media affines Produkt ist, jemanden der mit einem Blog oder auf Instagram erfolgreich ist. Allen anderen, so meine Erfahrung, gehen schnell die Ideen aus, wie man wieder und wieder und wieder guten Brand-Content liefert.

Ganz wichtig finde ich auch, dass man alles immer vom Journalisten bzw. dessen Leser aus denkt. Was an meinem Produkt oder meiner Story ist spannend für den Endkonsumenten? So muss PR heute arbeiten – weil sie eben nicht mehr nur an Mittelsmänner wie Journalisten und Blogger kommuniziert, sondern häufig auch direkt an den Endkonsumenten.

Wie sieht erfolgreiche PR-Arbeit aus, d.h. wie macht man Presse & Journalisten auf sich aufmerksam?

Mein Journalistenherz würde jetzt gerne antworten: Alles hängt an der guten Story. Aber das ist im Instagram-Zeitalter nur die halbe Wahrheit.

Ohne gute Fotos oder noch besser Videos ist jede Anstrengung für die Katz. Vor dem Start müssen die Hausaufgaben erledigt werden: Website, SEO, Facebook, Instagram, bei Produkten Reviews – das alles muss vorzeigbar sein. Denn der erste Reflex jedes Journalisten ist: Die google ich mal.

Stimmt das Bild nicht, nutzen die besten Beziehungen der PR-Agentur nichts. Müsste ich es auf eine Formel reduzieren, ich würde daher sagen:

Story + Bild + Online-Reputation + Beziehungen + Glück.

Kannst du uns 3 konkrete Tipps nennen, die Gründer schnell & einfach für ihre PR umsetzen können?

  1. Kenne Deine Ziele und tu alles dafür. Viele Auftraggeber kommen mit einem wenig konkreten Briefing auf ihre PR-Agentur zu. Auf die Titelseite von Bild oder Bloggerkooperationen mit Rabattcodes für konkrete Conversion? Einmal definiert, heißt es langen Atem zu haben und nichts unversucht lassen, um dieses Ziel zu erreichen.

  2. Dicke Hose oder charmanter Underdog? In einigen Fällen kann es deutlich charmanter sein, wenn der Absender nicht eine externe Agentur ist, sondern die Gründer selbst. Dann coachen wir, ghostwriten die Pressemeldungen und liefern die Kontakte. Warum? Weil „die haben eine PR-Agentur“ sofort die Anzeigenverkäufer der Medien auf den Plan ruft. Der Nestschutz, den Start-ups genießen, ist dann weg. Hat man gerade eine erfolgreiche Finanzierungsrunde hinter sich, wäre es wiederum falsche Bescheidenheit „homegrown“ zu kommunizieren – dann zeigt man mit der Wahl einer PR Agentur Größe.

  3. Sei auffällig, aber sei gut. Journalisten und Influencer bekommen täglich bis zu 200 Mails und Direct Messages. Da gilt es herauszustechen. Eine catchy Betreffzeile bei E-Mail-Aussendungen ist essentiell. Pressetext, Fotos, schnelle Reaktion auf jede Rückmeldung – wer einmal das Interesse von Medienleuten und Influencern hat, muss performen.