Interview mit Markus Bischof | Thalbach Design Manufaktur

Profilbild Markus Bischof von Thalbach Design Manufaktur

Bei Markus Bischof dreht sich alles um Bits und Bytes: Seit 2005 designt und produziert er mit seinem Unternehmen Thalbach Design Manufaktur handgefertigte USB-Sticks aus Holz.

Im Interview erzählt er, wie aus seiner Hobbywerkstatt eine spezialisierten Manufaktur entstanden ist, warum Masse nicht immer Klasse ist - und, warum er Debitoor für seine Buchhaltung einsetzt.

Hallo Markus, bitte stell dich und die Thalbach Design Manufaktur kurz vor.

Wir sind ein kleiner Familienbetrieb in Landshut/Bayern, der sich seit der Gründung in 2005 auf die filigrane Verarbeitung von Holz spezialisiert hat.

Wie bist du auf die Idee gekommen, dich mit der Produktion von USB-Sticks aus Holz selbstständig zu machen?

Man muss sich hierzu in unsere Anfangsphase - also um rund 12 Jahre - zurückdenken, als das Computer-Design zunehmend in weiss/aluminium durch Apple geprägt wurde. Der PC-Bereich hingegen blieb trist. Es war die Blütezeit selbstgeschraubter Gamer-Boliden mit Wasserkühlung.

USB-Stick Woody der Thalbach Design Manufaktur

USB-Sticks waren teuer, 2GB Speicher ungeheuer viel und selbst Power-User hatten nur wenige davon in der Schublade. Einer davon war ich - und ich wollte für mich etwas Besonderes, das es so nicht im Laden gab.

Aus diesem Eigenbedarf entstanden die ersten Prototypen - die sofort verkauft waren. Die Nachfrage ließ mir keine Möglichkeit - ich musste einfach "produzieren".

Was schätzen deine Kunden an deinen USB-Sticks? Und gibt es spezielle Anlässe, zu denen sie gekauft werden?

Immer mehr wird möglichst billig und auf Masse produziert. Mit den Sticks gehen wir bewusst genau die entgegengesetzte Richtung: Es sind handwerklich gefertigte Einzelstücke, die nicht nur dem reinen Speichern von Daten dienen.

Vielmehr sind es Prestige- und Präsentationsstücke - sie sind also eher als eine "Umverpackung" von medialen Daten zu sehen, die stilvoll in Szene gesetzt werden sollen. Dazu kommt die individuelle Gestaltungsmöglichkeit mit einer Diamant- oder Lasergravur die daraus etwas ganz Persönliches macht.

Das macht die USB-Sticks perfekt für (Hochzeits-)fotografen, Firmen- und Produktpräsentationen, hochwertige Werbegeschenke, anspruchsvolle Marketingprojekte und natürlich einzigartige Geschenke zu Jubiläen, Geburtstagen, Weihnachten usw. Selbst Heiratsanträge wurden damit bereits gemacht.

Welche unterschiedlichen USB-Stick Designs bietest du in deinem Shop konkret an?

Der beliebte Klassiker ist das Model Face. Er ist in 14 verschiedenen Furnieren erhältlich und seit der ersten Stunde im Design nahezu unverändert. Auf dem 16mm großen Aluminium-Inlay bringen wir eine völlig beliebige Diamantgravur auf.

USB-Sticks aller Modelltypen

Der kubistische USB-Stick Square ist aus ausgesuchten massiven Edelhölzern und gebürstetem Aluminium gefertigt. Der Fertigungsaufwand ist hier entsprechend hoch. Optional bieten wir hier auch eine Schatulle aus Echt-Leder an.

Der Woody ist recht günstig und bietet den größtmöglichen Freiraum für eine Lasergravur. Er wird daher gerne als Werbegeschenk oder "Gadget" verwendet.

Das Modell Stash, das in Kürze erscheinen wird, ist der kleinste Holz USB-Stick mit Schiebemechanik weltweit.

Wo produzierst du deine USB-Sticks? Hast du z.B. eine eigene Werkstatt dafür?

Von der anfänglich kleinen Hobbywerkstatt im Keller entwickelte sich über die Jahre eine kleine, aber spezialisierte Manufaktur mit durchaus ansehnlichem Maschinenpark.

Arbeit an der Werkbank in der Thalbach Design Manufaktur

Als Familienbetrieb leben wir "mittendrin" - Es gibt kaum noch Fläche im Haus die nicht in irgendeiner Form sinnvoll genutzt wird.

Woher beziehst du die Materialien – also die Chips, das Holz etc. – die du für deine USB-Sticks benötigst?

Viele der Hölzer kann man in den verwendeten Maserqualitäten nicht einfach irgendwo kaufen. Meist sind es Gelegenheitskäufe, die sich über die Jahre ansammeln. "Scheunenfunde" in alten Schreinereien - kleine Restbestände die angegraut seit Jahrzehnten in Vergessenheit gerieten. Geschliffen und geölt entpuppen sie sich dann als wahre Schätze.

Standardhölzer wie Nussbaum, Kirsche oder Ahorn beziehe ich hier in Landshut vor Ort.

Die Chips stammen - wie auch kaum anders möglich - aus Fern-Ost. Hier gibt es gewaltige Unterschiede in der Qualität der Speicherchips, Geschwindigkeit und Sortierung.

Wie sieht dein typischer Arbeitsprozess für einen USB-Stick aus?

"Einen" Prozess gibt es so nicht - es sind Unmengen einzelner Prozesse, die ihre definierte und über die Jahre erprobte Abfolge haben.

USB-Sticks Woody aus der Thalbach Design Manufaktur

Deswegen produzieren wir auch immer in wenigstens kleinen Serien. Trotz des Werkstoffes "Holz" liegen die Toleranzen bei wenigen 100tel. Die Maschinen werden hier für jeden Schritt umgerüstet und neu eingemessen. Ein ungeheurer Aufwand bis hin zum letzten Feinschliff.

Der abschließende Arbeitsschritt - das Ölen - ist dann jedesmal die Belohnung. Waren die Oberflächen zuvor grau und unscheinbar, verwandeln sie sich jetzt in ausdrucksstarke Farben und Maserungen.

Handwerkliches Geschick spielt bei dir eine große Rolle – wie hast du dir die Skills dafür angeeignet?

Ich war von Kind an handwerklich begeistert - Holz und dessen Eigenarten hat mich schon immer fasziniert. Das Flair in einer Schreinerei, der Holzgeruch, die Kraft der Maschinen und der kreativ-künstlerische Aspekt dabei. Ich war viel Zaungast und konnte hier stundenlang zusehen.

USB-Sticks des Modelltyps Face

Allerdings habe ich das Schreinerhandwerk dann nicht erlernt, sondern blieb Autodidakt. Ich sehe meine Tätigkeit auch nicht als Arbeit. Werkzeuge sind für mich nicht lediglich Maschinen, die ihren Zweck erfüllen müssen, ich würde sie eher mit Instrumenten vergleichen. Hingabe, viel lernen und üben, etwas Talent dazu und der Kreativität sind kaum Grenzen gesetzt.

Ein Schreiner hat für solche Dinge wie ich sie mache keine Zeit und keine Nerven.

Dein Buchhaltungs-Tool ist Debitoor. Wie nutzt du Debitoor konkret?

Debitoor ist per Schnittstelle direkt an unseren Online-Shop angebunden. Der Bestellprozess bis zur Rechnungsstellung ist damit voll automatisiert. Dass wir damit endlich Excel als "Rechnungsprogramm" abschaffen konnten, hat uns zeitlich eine enorme Ersparnis eingebracht. Von der Übersichtlichkeit, die die Debitoor Oberfläche bietet, dem Kontenabgleich usw. mal ganz abgesehen.

Eine wichtige Aufgabe die Debitoor bei uns erfüllt, ist das Verwalten der Ausgaben und Rechnungen. Ich bin mir leider sehr sicher, dass in der Vergangenheit viele Ausgaben nicht steuerlich berücksichtigt wurden, weil sie einfach im Mail verloren gingen. Den Handgriff, selbige gleich per Mail an Debitoor weiterzuleiten, hat man sich schnell angewöhnt.

Ich bin eben lieber in der Werkstatt und entwerfe neue Produkte - anstatt mich mit Buchhaltung aufzureiben - hier nimmt mir Debitoor viel Aufwand ab.

Und eine Frage zum Schluss: Wie und wo können Kunden auf dich aufmerksam werden? Wie machst du Marketing für dich?

Wir vertreiben unsere USB-Sticks über unsere Website. Seit kurzem sind wir auch auf Instagram vertreten.

Hier wird es einige Einblicke in unseren Werkstattalltag geben. Neue Produkte wie bald das Modell Stash werden hier gezeigt, und traditionsgemäß verlosen wir zu Weihnachten wieder einige Sticks. "Folgen" lohnt also :)


Du nutzt Debitoor und hast Lust auf ein Interview? Dann schreib einfach an ala[at]debitoor.com.

Geschrieben von AndreaAndrea, 10. Oktober 2017