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Coronavirus: Was Freiberufler, Freelancer und Selbstständige jetzt wissen müssen

Das Coronavirus, COVID-19, breitet sich weiterhin in Deutschland und in der ganzen Welt aus. Büros werden geschlossen und Arbeitgeber schicken ihre Mitarbeiter ins Home Office. Als Angestellter ist man in dieser Ausnahmesituation in den meisten Fällen gut abgesichert.

Corona

Was ist aber mit Freelancern und Selbstständigen, die keine sichere Einnahmequelle haben und deren Aufträge zunehmend gecancelt werden? Genau wie sich der Virus verbreitet, verbreitet sich ebenfalls die Verunsicherung und die Wirtschaft wird zunehmend belastet.

Viele Freiberufler leiden schon jetzt massiv unter den Folgen von COVID-19 und bangen sogar um ihre Existenz. Nun sollte es aber erstmal heißen: Ruhe bewahren. Wir haben für euch zusammengestellt, was ihr jetzt tun könnt und welche Hilfen der Staat anbietet.

Entschädigung bei Quarantäne für Selbstständige

Falls du dich mit Corona anstecken solltest oder mit Corona-Infizierten in Kontakt gekommen bist und dich deshalb in Quarantäne begeben musst, erhältst du für deinen Verdienstausfall eine Entschädigung. Dies besagt das Gesetz zur Verhütung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten.

Um die Erstattung zu bekommen, muss es sich um eine offizielle Quarantäne handeln. Du solltest also deinen Arzt oder direkt das Gesundheitsamt konsultieren, statt einfach nur zuhause zu bleiben, falls du Angst hast, dich angesteckt zu haben. Ruf deinen Hausarzt an und befrage ihn zum weiteren Vorgehen.

Covid

Informationen zur Antragsstellung bei Verdienstausfall gibt es bei deiner örtlichen IHK. Anträge sollten schnellstmöglich, spätestens innerhalb von drei Monaten nach Tätigkeitsunterbrechung, gestellt werden.

Bleib zuhause, verschieb Termine und Reisen

Generell solltest du die Empfehlungen der Bundesregierung und des Robert-Koch-Instituts ernst nehmen und deine geschäftlichen Termine absagen und Business Trips ebenfalls erstmal auf unbestimmte Zeit verschieben, damit du deine eigene Ansteckungsgefahr verringerst und so dabei hilfst, dass sich COVID-19 nicht weiter ausbreitet.

Lässt sich deine Reise nicht verschieben, musst du in jedem Fall die Hinweise des Robert-Koch-Instituts und des Auswärtigen Amtes beachten.

Falls du ein Team unter dir hast, solltest du sämtliche Meetings einstellen und auf Home Office zurückgreifen. Mit deinem Team kannst du dich natürlich trotzdem über Slack, Zoom, Skype und Co. verständigen und deine Meetings virtuell stattfinden lassen.

Finanzielle Hilfe für Selbstständige

Selbstständige und Freelancer können für die Überbrückungszeit die Grundsicherung für Selbstständige beim Jobcenter beantragen. Diese finanzielle Unterstützung übernimmt in einer Notlage deine Krankenversicherung, deine Miete und ggf. weitere Ausgaben, die auf dich zukommen.

Hände waschen

Noch kannst du die Anträge direkt aus dem Jobcenter holen. Die ausgefüllten Anträge kannst du in dem Briefkasten des Jobcenters werfen. Falls du deine Wohnung nicht mehr verlassen kannst oder willst, kannst du die Dokumente per Post anfordern oder herunterladen.

Denke über alternative Methoden nach, Geld zu verdienen

Lass den Kopf nicht hängen und werde kreativ! Vielleicht gibt es bei deiner freiberuflichen Tätigkeit trotz der vorgeschriebenen sozialen Distanzierung Tätigkeiten, bei denen du Geld verdienen kannst.

Coaches, Trainer, Berater, Yogalehrer etc. könnten zum Beispiel auf Online Sessions umsteigen. Hier gibt es viele Möglichkeiten, die keine aufwändige Technik erfordern (Skype, Zoom, YouTube, Facebook, Instagram).

Du bist Fotograf? Momentan solltest du zwar auf Porträts verzichten, eventuell kannst du dir aber andere Aufträge sichern: Landschafts-, Gebäude- oder Produktfotografie.

Als Dolmetscher kannst du mit entsprechender Technik eventuell auf Ferndolmetschen ausweichen oder Übersetzungsaufträge übernehmen.

Ausfallhonorare einfordern

Findet eine Veranstaltung nicht statt, auf der du auftreten solltest oder für die du als Freiberufler eingestellt warst? Es könnte sein, dass dir dein Auftraggeber ein Ausfallhonorar anbietet. Du solltest ihm deine finanzielle Notlage auf jeden Fall erklären und um ein Honorar bitten.

Falls du in der nächsten Zeit wieder Aufträge annimmst, solltest du vorher vertraglich festlegen, dass dir ein Ausfallhonorar zusteht.

Gehe aktiv auf deine Stammkunden zu und nutze die Zeit für Kundenakquise

Du hast langjährige Stammkunden, die immer wieder auf deine Dienste zurückgreifen? Sprich sie direkt an, ob sie momentan Arbeit für dich haben.

Nutze die Zeit, die du gewinnst, um neue Kunden zu akquirieren. Vielleicht ist jetzt nicht der beste Zeitpunkt, um potenzielle Kunden anzuschreiben, du könntest aber dein Portfolio aufbessern, Flyer gestalten usw. Mit den aufbereiteten Materialien kannst du bald wieder auf Kundenfang gehen.

Petitionen für und von Freiberuflern

Es werden im Angesicht der Krise Petitionen gestartet, die Förderungen und finanzielle Unterstützung für Freiberufler und Selbstständige fordern und die auch du unterschreiben kannst. Unter anderem wurden Petitionen auf Openpetition und auf Change.org ins Leben gerufen.

End

Alle sitzen im selben Boot

Zwar erscheint es derzeit schwierig, aber denke daran, dass nicht nur du von dieser Krise betroffen bist. Auch größere Firmen und viele andere Selbstständige leiden und müssen wirtschaftliche Einbußen hinnehmen.

Verfalle nicht in Panik, sondern nutze diese Zwangspause, auf die du keinen Einfluss nehmen kannst, um

  • Nachbarn, die einer Risikogruppe angehören, zu helfen,
  • dich zu entspannen,
  • deinen Frühlingsputz zu machen,
  • deinen Balkon zu bepflanzen,
  • lange Telefonate mit deiner Familie und deinen Freunden zu führen,
  • ein neues Hobby anzufangen,
  • all die Bücher zu lesen, für die du vorher keine Zeit hattest.

Falls dir immer noch langweilig sein sollte, wie wäre es, dich deiner Buchhaltung zu widmen? ;-)

Sonja
Geschrieben von
am 18.03.20