Businessfotografie - Expertentipps für dein Unternehmen

Du möchtest dein Business mit einem professionellen Auftritt auf ein neues Level befördern, weißt aber noch nicht genau, wie? Nicht zu unterschätzen ist dabei die grafische Umsetzung - denn Bilder sagen bekanntlich mehr als tausend Worte.

Gruppe professioneller Fotografen

Fünf leidenschaftliche FotografInnen und NutzerInnen unseres Rechnungsprogramms haben ihre besten Tipps zum Thema Businessfotografie mit uns geteilt. Was dabei zu beachten ist sowie ob es sich lohnt, in professionelle Bilder für das eigene Unternehmen zu investieren, erfahrt ihr hier.

Wer sind unsere ExpertInnen zum Thema Businessfotografie?

Timo Müller (im Bild links oben) ist professioneller Fotograf aus dem Ostfriesland. Sein Fokus liegt in der Werbe- und Lifestylefotografie, mit Aufgaben wie der Abwicklung von Plakatwerbungen, Lifestyle-Strecken sowie der Erstellung von Businessportraits.

Christin Schreiter (rechts oben © Herzflimmern - Nadine Schachinger) ist unter dem Namen Goldine Fotografie in ganz Thüringen unterwegs. Ihr Schwerpunkt liegt zwar auf dem Fotografieren von Hochzeiten, Paare und Familien, doch auch Businessfotografie ist bei ihr ein Thema.

Paul Gärtner (links unten), Fotograf aus Karlsruhe, bietet von Businessfotos für Konzerne bis hin zu Foodfotos von Kultimbissen so ziemlich alles außer Hochzeiten an. Ein besonderer Schwerpunkt ist die Konzertdokumentation für Künstler wie Marteria, die Beatsteaks und Die Toten Hosen.

Valentin Paster (mittig) ist seit fünf Jahren als Fotograf selbstständig. Ihm geht es in erster Linie darum Emotionen einzufangen - egal ob es sich dabei um eine Hochzeit, ein anderes Event, oder um Businessportraits handelt.

Die Fünfte im Bunde ist die seit August 2018 selbstständige Werbefotografin Hanna Retz (rechts unten) aus OWL in Nordrhein-Westfalen. Mit ihrer zwölfjährigen Berufserfahrung hat sie sich den Traum eines eigenen Studios erfüllt. Die begeisterte Mountainbikerin reist für Jobs auch gerne über die Grenzen Deutschlands hinaus. Neben der Produkt- und Interieurfotografie bietet sie auch Firmenportraits an.

Businessfotografie - Was ist das eigentlich?

Was fotografiert man als Business-Fotograf?

Tatsächlich ist der Bereich der Businessfotografie umfangreicher als man anfänglich oft denkt und hat auch für Selbstständige, Freelancer und Kleinunternehmer durchaus Relevanz.

Hanna bringt den Grundgedanken auf den Punkt: „Unter die Businessfotografie fallen für mich Fotos, die der Repräsentation eines Unternehmens dienen.‟ Dazu gehören unter anderem:

  • individuelle Businessportraits (z.B. von Mitarbeitern, Entscheidungsträgern oder dem Geschäftsführer eines Unternehmens),
  • Gruppenbilder (der Vorstände, einzelner Abteilungen bzw. Teams sowie des gesamten Personals),
  • Bilder von Unternehmensstandorten und Büros

Fotos von Büros und bei der Arbeit

Doch das ist noch lange nicht alles, wie Christin uns bestätigt: „Für mich sind das viele Bereiche von Mitarbeiterportraits über Produktfotografie oder Bilder des Unternehmens. Aber auch Veranstaltungen fallen unter die Businessfotografie.‟

Timo fügt noch hinzu, dass es „außerdem Aufnahmen wie Beratung, Meetings und Handlungssituationen gibt, die auf unterschiedlichster Art erstellt werden können.‟

Wozu dienen Businessfotos?

Nicht nur die Personen und Objekte, die fotografiert werden, sind für die Definition des Begriffs Businessfotografie entscheidend. Businessfotos zeichnen sich auch durch den Zweck aus, den sie erfüllen.

Für Valentin sind es „Portraits, die aussagekräftig sind. Portraits die den Teil einer Person widerspiegeln, der für die Geschäftskompetenz steht.‟ Man möchte also Kompetenz und Erfolg vermitteln - gleichzeitig aber auch natürlich und sympathisch auftreten. Da kann das Finden einer Balance zwischen Seriosität und Sympathie durchaus eine Herausforderung darstellen.

Professionelles Portrait Unternehmerin

Man sollte sich jedoch auch immer fragen, welche Werte spezifisch für das eigene Unternehmen wichtig sind. Vielleicht möchte man eher jung und hip auftreten als allzu seriös.

Beispiel: Ein Steuerberater, der sich auf das Nutzen digitaler Tools und Softwares spezialisiert, möchte sich mit seinem Unternehmen von den traditionellen Steuerberatern absetzen. Daher möchte er einen etwas lockereren Eindruck vermitteln, ohne jedoch unseriös zu wirken, da man seinem Steuerberater natürlich vertrauen können möchte. So verzichtet er bei den Fotos für seine Webseite vielleicht auf Krawatte und Sakko, trägt aber dennoch ein Hemd und ist frisch rasiert.

Für unseren Experten Paul ist außerdem ausschlaggebend, „seinen passenden Kundenstamm zu finden und stetig zu erweitern. Die Nachfrage bestimmt gewissermaßen das Angebot.‟ Es gilt also bei der Businessfotografie auch, die Zielgruppe nie aus den Augen zu verlieren, damit die Fotos diese auch ansprechen und so die Neukundengewinnung gezielt fördern.

Businessfotos bei der Arbeit

Sollte man als Selbstständiger in professionelle Fotos investieren?

Wie können sich professionelle Bilder auf mein Business auswirken?

Ein Muss sind professionelle Fotos natürlich nicht, denn auch ohne kann man durchaus ein erfolgreiches Business haben. Es hängt auch ganz von der jeweiligen Branche ab, wie wichtig Bilder sind.

Beispiel: Sucht ein Verbraucher nach einem Massagesalon, so möchte er sich bestimmt davon überzeugen, dass die Räumlichkeiten sauber und ansprechend sind. Das tut er neben Rezensionen auch anhand der Bilder, die er im Internet zu diesem Salon findet.

Doch auch beispielsweise ein IT-Freelancer kann durchaus von professionellen Fotos profitieren. Valentin erklärt uns, warum:

„Heute schaut sich nahezu jeder zuerst die Webseite eines Unternehmens an und entschließt sich dann entweder ein Geschäft einzugehen, oder es bei einem Konkurrenten zu versuchen. Das allererste was dabei beurteilt wird ist die visuelle Präsenz, sowohl der Webseite als auch der visuellen Inhalte. Wenn an diesem Punkt Zweifel an der Professionalität aufkommen sollten, ist es wahrscheinlich, dass der Kunde das Weite sucht. Erstklassige und vor allem richtig durchdachte Fotos, sind das erste Mittel um dem Kunden erfolgreich in den Entscheidungsprozess einzuleiten.‟

Businessfotos für Restaurants

Hanna bestätigt diesen Punkt mit einer netten Analogie: „Ganz einfach: Wenn Sie beim Bäcker sind und ein lieblos geschmiertes Brötchen mit etwas Butter und einer Scheibe Käse sehen und daneben liegt jedoch das gleiche Brötchen mit saftig grünem Salat, einer frischen Scheibe Tomate und Gurke, hübsch angerichtet und zum Anbeißen, für welches entscheiden Sie sich? Gilt das gleiche nicht für Unternehmen? Das Unternehmen, welches sich besser und „anlockender“ präsentiert, wird doch eher bevorzugt als eines mit mittelmäßigen Handybildern und einer langweiligen Webseite.‟

Kann ich auch selbst Fotos für mein Business machen?

Grundsätzlich kann man natürlich auch selbst Fotos für die eigene Webseite, soziale Medien, Broschüren, etc. schießen und so Geld sparen. Der Vorteil bei der Unterstützung durch professionellen FotografInnen ist jedoch, dass diese an Dinge denken wie die Wahl der Location, die Bildaufteilung oder die Lichtverhältnisse.

Außerdem können gute FotografInnen mit ihrer Erfahrung die oft angespannte Atmosphäre bei Fotoshootings auflockern, sodass natürliche Portraits entstehen. Timo fasst den großen Vorteil folgendermaßen zusammen: „Wenn Sie sich mit professionellen Fotos wappnen, ist Ihr Auftreten gleich auf einem anderen Niveau und könnte Ihrem Unternehmen zu einem neuen Erfolg helfen.‟

Businessporträts in Aktion

Paul wirft jedoch ein, dass man erst in professionelle Fotos investieren sollte, wenn man auch fest vorhat, diese ausgiebig zu nutzen: „Ziele klar abstecken und messbar machen ist genauso wichtig, wie die kontinuierliche Arbeit, um die Bilder auch einzusetzen. Immer wieder erlebe ich Kunden, die zwar Bilder bekommen haben, die dann aber nur selten in der Breite ausrollen.‟

Welche Eigenschaften müssen professionelle Fotos erfüllen?

Zum einen sind bei Portraits Gesichtsausdruck, Haltung und Pose sowie Outfit und Frisur ausschlaggebend für die Wirkung eines Fotos. Oft möchte man, dass die Kleidung den Dresscode des Unternehmens widerspiegelt. Grundsätzlich empfiehlt es sich auch, allzu grelle Farben, auffällige Muster sowie Kleidungsstücke mit Schriftzügen oder witzigen Sprüchen zu vermeiden.

Zum anderen sind auch aus fotografischer Sicht viele Aspekte zu beachten. Für Valentin “müssen die Bilder sowohl technisch einwandfrei als auch inhaltlich aussagekräftig sein.” Um diese beiden Eigenschaften zu erreichen, empfiehlt Christin „zum einen gute Lichtverhältnisse, die Bilder müssen authentisch sein und eine gute Location.‟

Hanna hat noch einen ganz konkreten Vorschlag: „Bei der heutigen Bilderflut und immer besser werdenden Handykameras ist es wichtig, sich mit qualitativen Merkmalen durchzusetzen. Ich arbeite z.B. gerne mit unscharfen Elementen im Vorder- oder Hintergrund. Die Schärfe muss optimal sitzen, dort wo sie wichtig ist und der Blick hingeleitet werden soll.‟

Welche Fehler gilt es bei Fotos für das eigene Unternehmen zu vermeiden?

Hier sind sich unsere Experten einig: Stockfotos sind zu vermeiden, denn diese sind sehr allgemein gehalten und daher wenig aussagekräftig. Außerdem findet man diese auf vielen verschiedenen Webseiten wieder. Das hat laut Timo folgende Konsequenz: „Unternehmen heben sich nicht mehr von anderen Unternehmen ab und zeigen damit kein authentisches Bild nach außen.‟

Auch veraltete Fotos sind, wie Paul uns erklärt, zu vermeiden. Weiterhin zählt Christin folgende typische Fehler auf:

  • klassische Bilder vor einer weißen Wand
  • ein schneller Schnappschuss zwischen Tür und Angel
  • schlechte Lichtverhältnisse

Hanna fügt noch hinzu, dass „es oft komplett an Bildern fehlt oder die Mitarbeiter sind lieblos im Büro vor einem unruhigen Hintergrund fotografiert und im schlimmsten Fall auch noch ungünstig positioniert worden.‟

Zu guter Letzt danken wir unseren ExpertInnen ganz herzlich für ihre wertvollen Tipps und wünschen euch Unternehmern viel Spaß mit den Fotoshootings, die ihr nun bestimmt schon fleißig plant. :)

Geschrieben von EmilieEmilie, 1. April 2019