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Was du über Rechnungsstellung und Buchhaltung wissen solltest

Was ist die Gewerbesteuer und wie wird sie berechnet?

Die Gewerbesteuer muss jeder Gewerbetreibende zahlen. Sie besteuert den Gewerbeertrag eines Unternehmens.

Wir erklären dir hier wie sich die Höhe der Gewerbesteuer berechnet und wie du Gewerbesteuer an das Finanzamt abführst.


Was ist Gewerbesteuer überhaupt?

Die Gewerbesteuer ist eine kommunale Steuer und wird auch Gemeindewirtschaftssteuer genannt.

Jeder der ein Gewerbe betreibt, muss diese Steuer auf den Gewerbeertrag zahlen. Allerdings erst ab einem Jahresgewinn von 24.500 Euro.

Wie berechnet sich die Gewerbesteuer genau?

Zunächst musst du dein zu erwartendes Einkommen abzüglich deiner Betriebsausgaben schätzen. Davon wird der Freibetrag von 24.500 Euro abgezogen. Nehmen wir folgenden Fall an:

Einkommen 50.000 Euro
Freibetrag 24.500 Euro
Zu versteuern 25.500 Euro

Dein zu versteuerndes Einkommen beträgt also 25.500 Euro.

Nun musst du in einem weiteren Schritt deinen Steuermessbetrag errechnen. Dazu wird die bundesweit einheitliche Steuermesszahl von 3,5% herangezogen.

25.500 Euro *0,035 = 892,50 Euro

Dein Steuermessbetrag beläuft sich also auf 892,50 Euro. Die endgültige Höhe der Gewerbesteuer hängt nun von einem von der Kommune festgelegten Hebesatz ab. Dieser fällt von Kommune zu Kommune sehr unterschiedlich aus und liegt zwischen 200% und 490%.

In Berlin beträgt der Hebesatz zum Beispiel 410%.

892,50 Euro * 4,1 = 3.659,25 Euro

Deine Gewerbesteuer beläuft sich auf 3.659,25 Euro. Damit hast du deine Gewerbesteuer also erfolgreich errechnet.

Wie wird die Gewerbesteuer abgeführt?

Zum Glück musst du beim Finanzamt nur dein zu erwartendes Einkommen angeben. Das machst Du automatisch wenn du dein Gewerbe anmeldest und das Formular zur steuerlichen Erfassung ausfüllst.

Das Finanzamt schickt dir dann einen Bescheid über die Gewerbesteuer.

Dort ist dann genau aufgelistet, wie die zu zahlende Gewerbesteuer berechnet wurde und wann du sie bezahlen musst. Du überweist die entsprechende Summe dann einfach an das Finanzamt.

Wird die Gewerbesteuer auf die Einkommensteuer angerechnet?

Jetzt bist du vermutlich erstmal entsetzt, dass du neben all den anderen Ausgaben auch noch Gewerbesteuer zahlen musst.

Aber der Gesetzesgeber hat sich entschlossen kleine Unternehmen und Selbstständige zu entlasten.

Darum wurde für Gewerbetreibende eine Einkommensteuer (EK)-Minderung von maximal 380% der Gewerbesteuer festgelet.

In der Praxis für das Beispiel aus Berlin bedeutet das:
Du hast dem Finanzamt 3.659,25 Euro Gewerbesteuer gezahlt. Deine maximale EK-Minderung berechnest du nun wie folgt:

892,50 Euro *3,8 = 3.391,50 Euro

Deine maximale EK-Minderung beträgt also 3.391,50 Euro.

Übrigens:
Wenn du deine Einnahmen und Ausgaben mit der einfachen Buchhaltungssoftware Debitoor für Freelancer und kleine Unternehmen, verwaltest, behältst du immer den Überblick und wirst nicht böse überrascht, wenn die nächste Gewerbesteuerrate fällig wird.


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