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Umsatzsteuerzahllast

Umsatzsteuerzahllast – Was ist die Umsatzsteuerzahllast?

Der Begriff Umsatzsteuerzahllast beschreibt den Differenzbetrag, der zwischen der von einem Unternehmen zu leistenden Umsatzsteuerschuld und der vom Finanzamt zu erstattenden Vorsteuer, entsteht.

Wie du deine Umsatzsteuer korrekt in Rechnung stellst, erfährst du in unserer Gründerlounge

Die Umsatzsteuerzahllast wird oftmals einfach nur Zahllast genannt. Die Zahllast der Umsatzsteuer kannst du einfach folgendermaßen berechnen: Umsatzsteuer – Vorsteuer = Umsatzsteuerzahllast

Positive Umsatzsteuerzahllast

Es handelt sich um eine positive Umsatzsteuerzahllast, wenn die umsatzsteuerpflichtigen Einnahmen deines Unternehmens die umsatzsteuerpflichtigen Ausgaben im gleichen Zeitraum übersteigen. Die Zahllast ist positiv. Du musst also die Differenz an das Finanzamt abführen.

Beispiel: Markus hat mit seinem Friseursalon 1200 € Umsatzsteuer eingenommen. Für sein Equipment wie Haarpflegemittel hat er selbst nur 300 € Umsatzsteuer an seine Lieferanten bezahlt. Die Zahllast von Markus an das Finanzamt beträgt also 900 €.

Negative Umsatzsteuerzahllast

Wenn deine umsatzsteuerpflichtigen Ausgaben hingegen die Einnahmen im gleichen Zeitraum übersteigen, fällt deine Zahllast negativ aus. Das bedeutet, dass du einen Anspruch auf eine Erstattung deiner zu viel bezahlten Vorsteuern hast. Das Finanzamt wird dir diese zurückzahlen.

Beispiel: Christin hat sich gerade als PR-Beraterin selbstständig gemacht. Sie musste sich hierfür anfangs einen Laptop, einen Monitor, einen Drucker und weitere technische Ausrüstung kaufen. Dafür hat sie 2000 € Umsatzsteuer gezahlt. Im ersten Monat ihrer Selbstständigkeit hat sie nur wenige Kunden betreut und insgesamt 250 € Umsatzsteuer eingenommen.

Ihre Umsatzsteuerzahllast ist damit negativ und sie erhält vom Finanzamt 1750 € zurück.

In dem Fall einer negativen Umsatzsteuerzahllast hast du oftmals die Wahl, dir das Geld erstattet zu lassen oder den Erstattungsbetrag mit Zahlungsverpflichtungen, die eventuell in der Zukunft auf dich zukommen zu verrechnen. Das Finanzamt nimmt dann eine Umbuchung der Umsatzsteuer vor.

Was ist Umsatzsteuer und wie kann ich sie berechnen?

Bist du kein Kleinunternehmer, verdienst also 22.000 € oder mehr Geld im Jahr mit deiner selbstständigen Arbeit, musst du Umsatzsteuer an das Finanzamt abführen und diese Umsatzsteuer bei der Rechnungsstellung auf deine Einnahmen erheben.

Dementsprechend musst du, wenn du umsatzsteuerpflichtig bist, je nach Jahresumsatz vierteljährlich oder monatlich eine Umsatzsteuervoranmeldung per ELSTER abgeben.

Die Umsatzsteuer ist buchhalterisch ein durchlaufender Posten: Als Selbstständiger erhebst du zwar die Umsatzsteuer auf deinen Rechnungen, musst sie aber genauso wieder an das Finanzamt abführen.

Formel, um die Umsatzsteuer zu berechnen

Die Umsatzsteuer lässt sich so berechnen: Beim allgemeinen Steuersatz beträgt die Umsatzsteuer 19 %. Dieser wird zum Nettobetrag hinzu berechnet. Bei einem Nettobetrag von 1000 € fallen also 190 € Umsatzsteuer an (19 % von 1000 €), somit ist der Bruttobetrag, der auf der Rechnung des umsatzsteuerpflichtigen Unternehmer erscheinen muss, 1190 €.

Produkte wie Bücher, Lebensmittel und Zeitschriften unterliegen einem Steuersatz von nur 7 %. Das Berechnen der Umsatzsteuer bzw. Mehrwertsteuer bleibt gleich: Bei einem Kauf von Büchern zum Nettowert von 100 € müssen, beträgt der Bruttopreis 107 €.

Du kannst die Umsatzsteuer berechnen, indem du den Nettobetrag mit 1,19 bzw. mit 1,07 multiplizierst:

  • 100 (netto) x 1,19 = 119 (brutto)
  • 100 (netto) x 1,07 = 107 (brutto)

Wie berechne ich die Mehrwertsteuer aus einem Betrag heraus?

Die Umsatzsteuer bzw. die Mehrwertsteuer lässt sich ebenso einfach mithilfe des Bruttobetrags berechnen, nur in umgekehrter Weise. Du dividierst den Bruttobetrag einfach durch 1,19 bzw. durch 1,07.

  • 119 (brutto) : 1,19 = 100 (netto)
  • 107 (brutto) : 1,07 = 100 (netto)

Die MWSt bzw. Vorsteuer/Umsatzsteuer kannst du auf diese Weise mit Excel oder einem Taschenrechner berechnen. Ein Rechnungsprogramm rechnet dir die Steuer dagegen ganz automatisch bei deiner Rechnungsstellung auf deinen Nettobetrag, wenn du umsatzsteuerpflichtig bist.

Ist Mehrwertsteuer gleich Umsatzsteuer?

Mehrwertsteuer fasst Umsatzsteuer und Vorsteuer zusammen, ist also der umgangssprachliche Oberbegriff und wird mit MWSt. abgekürzt. Das Berechnen der Mehrwertsteuer bzw. der Vorsteuer erfolgt dementsprechend mit derselben Formel wie die Berechnung der Umsatzsteuer.

Wann ist es Umsatzsteuer und wann ist es Vorsteuer?

Aber was genau ist die Umsatzsteuer? Was versteht man unter Vorsteuer und gibt es einen Unterschied zwischen Umsatzsteuer und Vorsteuer? Umsatzsteuer und Vorsteuer sind ein- und dieselbe Steuer, allerdings aus unterschiedlichen Sichtweisen. Aus Sicht der Käufers ist es die Vorsteuer, während der Verkäufer sie als Umsatzsteuer betrachtet.

Der Unterschied wird in Buchungsformularen deutlich. Bei den Ausgaben wird hier nach der Vorsteuer gefragt, während bei Einnahmen die Umsatzsteuer abgefragt wird.