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Debitoor Buchhaltungslexikon
OHG

OHG - Was ist eine Offene Handelsgesellschaft?

Die OHG ist eine Personengesellschaft und eine der Rechtformen mit solidarischer Haftung der Gesellschafter. Ihr Zweck ist auf den Betrieb eines Handelsgewerbes unter einer Firma gerichtet.

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Die OHG ist eine Personengesellschaft bzw. eine Rechtsform, deren Zweck auf den Betrieb eines Handelsgewerbes unter gemeinschaftlicher Firma gerichtet ist. Als Kaufmann im Sinne des Handelsgesetzbuches (HGB) ist die OHG zur doppelten Buchführung verpflichtet und muss sich im Handelsregister eintragen lassen.

Haftung der Gesellschafter in einer OHG

Die Gesellschafter haften den Gläubigern unmittelbar und unbeschränkt mit ihrem vollen Vermögen (Privat- und Gesellschaftsvermögen) für die Gesellschaftsschulden. Eine Beschränkung der Haftung gegenüber Dritten (Geschäftspartner, Lieferanten, Kunden) ist unwirksam.

Eine OHG besteht aus zwei oder mehr natürlichen oder juristischen Personen, die solidarisch füreinaner haften.

Tritt ein Gesellschafter in die OHG ein, haftet er auch für die bis zu seinem Eintritt entstandenen Verbindlichkeiten (Schulden). Umgekehrt gilt auch: Scheidet ein Gesellschafter aus, haftet er noch weitere 5 Jahre solidarisch für die unter seiner Beteiligung entstandenen Verbindlichkeiten. Die Gewinnverteilung ist bei der OHG im Gesellschaftsvertrag geregelt.

Beispiel für die solidarische Haftung einer OHG:

Die Mayer & Rudolf OHG meldet Insolvenz an. Zum Zeitpunkt der Insolvenz hat die OHG noch 500.000 € Schulden bei einem ihrer Gläubiger.

Da Herr Mayer und Herr Rudolf als Gesellschafter der OHG solidarisch haften, kann der Gläubiger die Begleichung der Forderung von beidem oder auch nur von einem der beiden Gesellschafter fordern.

Letzteres ist beispielsweise möglich, wenn nur einer der beiden Gesellschafter über das nötige Privatvermögen zur Begleichung der Schulden verfügt.

Vor- und Nachteile einer OHG

Die unbeschränkte Haftung ihrer Gesellschafter macht sie für den Markt sehr attraktiv und verschafft ihr eine hohe Kreditwürdigkeit.

Zudem ist für die Gründung einer Offenen Handelsgesellschaft kein Mindestkapital notwendig.

Für die Gesellschafter jedoch ist das Risiko entsprechend hoch. Das hat dazu geführt, dass die OHG zunehmend durch haftungslimitierte Gesellschaftsformen, insbesondere GmbH und GmbH & Co KG, verdrängt bzw. sogar weitgehend abgelöst wurde.

Momentan gewinnt aber eine Personengesellschaft wieder an Bedeutung, da durch die Bankverordnungen nach Basel II und III die abzugebenden Bewertungen (Rating) immer strengeren Normen folgen müssen.

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