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  1. Mehrwertsteuer
  2. Rechnungsvorlage
  3. Rechnung

Kleinunternehmer – Was ist ein Kleinunternehmer?

Kleinunternehmer bist du, wenn deine Umsätze im vorangegangenen Kalenderjahr nicht höher als 17.500 Euro waren und im aktuellen Kalenderjahr voraussichtlich nicht über 50.000 Euro liegen.

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Die Kleinunternehmerregelung ist eine Sonderregelung für Gründer und Kleinstunternehmer, bei der man keine Umsatzsteuer an das Finanzamt abführen muss. Der größte Vorteil liegt vor allem darin, dass ein großer Teil der Verwaltungsarbeit wegfällt.

Das bedeutet, dass du keine Umsatzsteuervoranmeldungen abgeben musst.

Du stellst deine Rechnung ohne Mehrwertsteuer, darfst aber dementsprechend auch nicht die dir in Rechnung gestellte Mehrwertsteuer als Vorsteuer geltend machen.

Diese Regelung ist jedoch kein Zwang. Du musst nicht Kleinunternehmer sein, wenn du nicht möchtest.

Wann ist man Kleinunternehmer?

Als Unternehmer kannst du dich für die Kleinunternehmerregelung entscheiden, wenn dein Vorjahresumsatz nicht mehr als 17.500 Euro war und du im aktuellen Kalenderjahr voraussichtlich nicht mehr als 50.000 Euro einnehmen wirst.

Hierbei geht es tatsächlich nur um den voraussichtlichen Umsatz. Sollte der Umsatz im laufenden Jahr wider Erwarten die Grenze von 50.000 Euro übersteigen, bist du weiterhin Kleinunternehmer.

Als Gründer musst du deinen Umsatz mit den verbleibenden Monaten bis zum Jahresende berechnen und anschließend auf zwölf Monate hochrechnen.

Vorteil der Kleinunternehmerregelung

Der größte Vorteil dieser Regelung ist, dass du als Kleinunternehmer mit weniger Bürokratie beschäftigt bist. Du kannst das Thema Mehrwertsteuer im Alltag fast vergessen.

Ein weiterer Vorteil kann sein, dass du in deinen Rechnungen keine Mehrwertsteuer ausweisen musst.

Grundsätzlich solltest du dir überlegen, wer deine Kunden sind.

Sind deine Kunden Privatpersonen, sorgt die Regelung dafür, dass du niedrigere Preise als die Konkurrenz, die Mehrwertsteuer ausweisen muss, anbieten kannst.

Sind deine Kunden aber Unternehmer, ergibt sich für dich kein Vorteil, da deine Kunden die in Rechnung gestellte Mehrwertsteuer als Vorsteuer geltend machen können. Es ist also kein Vorteil, keine Mehrwertsteuer ausweisen zu müssen.

Nachteil der Kleinunternehmerregelung

Es kann ein großer Nachteil sein, wenn du die gezahlte Mehrwertsteuer nicht geltend machen kannst, sie also nicht vom Finanzamt wieder bekommst.

Gerade zu Beginn der Selbstständigkeit stehen oft große Investitionen an, was auch große Mehrwertsteuerbeträge bedeutet.

Wenn du dich beispielsweise als Taxifahrer selbstständig machen willst, musst du dir zu Beginn ein Taxi kaufen. Bei einem Nettopreis von 50.000 Euro werden 9.500 Euro Mehrwertsteuer auf den Preis aufgeschlagen.

Als normaler Unternehmer kannst du dir diesen Steuerbetrag vom Finanzamt wieder holen, du bezahlst unterm Strich also 50.000 Euro. Ein Kleinunternehmer, der die Möglichkeiten des Vorsteuerabzugs nicht hat, bezahlt unterm Strich 59.500 Euro für das Taxi.

Ein weiterer Nachteil sind die relativ niedrigen Umsatzgrenzen.

Wenn du dich hauptberuflich selbstständig machst, wirst du die Grenze von 17.500 Euro sehr schnell überschreiten. Dadurch bist du im Folgejahr kein Kleinunternehmer mehr und du musst deine Abrechnung ändern.

Das bedeutet nicht nur für dich mehr Aufwand, sondern kann auch deine Kunden verwirren.


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