Debitoor Lexikon

Rechnungsstellung & Buchhaltung einfach erklärt

Innergemeinschaftliche Lieferung - Was ist eine innergemeinschaftliche Lieferung?

Als innergemeinschaftliche Lieferung wird eine grenzüberschreitende Lieferung von Waren und Produkten innerhalb der EU bezeichnet, die von der Umsatzsteuer befreit ist.

Mit dem Buchhaltungsprogramm Debitoor kannst du deine Buchführung ganz bequem online erledigen.

Der Begriff "innergemeinschaftlich" bezieht sich auf die Mitgliedsländer der Europäischen Union.

Anfang der 1990er Jahre, und zwar genauer gesagt in den Jahren 1992 und 1993, wurde der damalige europäische Binnenmarkt eingeführt. Damit verbunden war ein Wegfallen der gesamten Zollabwicklung.

An die Stelle der damaligen Europäischen Gemeinschaft ist anschließend die EU, die Europäische Union getreten.

Die bis dahin ausnahmslos für alle Länder geltende Einfuhrumsatzsteuer wird seitdem nur noch gegenüber denjenigen Staaten erhoben, die kein Mitglied der Europäischen Union sind.

Rechtliche Anforderungen an die Innergemeinschaftliche Lieferung

Für dich als Gewerbetreibenden oder als Freiberufler ist es ganz entscheidend, dass du dein Gewerbe offiziell und formell als solches angemeldet hast.

Denn eine steuerbefreite innergemeinschaftliche Lieferung ist ausschließlich den Unternehmern vorbehalten (1. Voraussetzung), und auch nur dann, wenn die Ware oder das Produkt im Rahmen des Unternehmens (2. Voraussetzung) geliefert beziehungsweise empfangen wird.

Eine weitere Voraussetzung ist der Warenaustausch von und zu einem EU-Mitgliedsland, also innerhalb der Europäischen Union (3. Voraussetzung).

Als Unternehmer benötigst du für deine Buchhaltung sowohl einen Belegnachweis als auch einen Buchungsnachweis, beides jeweils im Original.

Dir muss bewusst sein, dass du gegenüber dem Finanzamt nachweispflichtig bist.

Das heißt, dass du alle Voraussetzungen für eine innergemeinschaftliche Lieferung und die damit verbundene Umsatzsteuerbefreiung nachweisen musst.

Gelingt dir das nicht, erfolgt automatisch eine Nachbesteuerung.

Innergemeinschaftliche Lieferung als Kleinunternehmer

Für dich als Selbstständigen entfällt in diesem Falle die Kleinunternehmerregelung, dem Umsatzsteuergesetz.

Die innergemeinschaftliche Lieferung muss in der Umsatzsteuervoranmeldung angegeben werden. Das setzt automatisch eine Umsatzsteuerpflicht voraus, und zwar unabhängig von einer möglichen Kleinunternehmerregelung.

Wenn dein selbstständiges Gewerbe von Beginn an grenzüberschreitend angelegt ist, musst du auf jeden Fall regelmäßig deine Buchführung machen. Das kannst du selbst mit einem Buchhaltungsprogramm machen oder du beauftragst einen Steuerberater.

Du musst auch nachweisen können, wer der Abnehmer deiner Lieferung von Waren und Produkten ist.

Auch seine Unternehmereigenschaft muss zweifelsfrei sein. Eine gute Grundlage dafür ist dessen Umsatzsteuer-Identifikationsnummer, die ID-Nummer.

Dass du eine eigene gültige ID-Nummer brauchst, wird hier mehr der Vollständigkeit halber erwähnt.

Zusammenfassende Meldung

Zusätzlich zur Umsatzsteuervoranmeldung musst Du noch eine sogenannte "zusammenfassende Meldung" beim Bundeszentralamt für Steuern mit Hauptsitz in Bonn abgeben.

Abhängig von dem Lieferumfang wird diese zusammenfassende Meldung monatlich oder quartalsweise von dir erwartet.