Debitoor Lexikon

Rechnungsstellung & Buchhaltung einfach erklärt

Über 150 Artikel für Gründer und Kleinunternehmer

  1. Personengesellschaft
  2. Einnahmenüberschussrechnung (EÜR)
  3. Buchhaltung
  4. Buchführung

Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) - Was ist eine GbR?

Die Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) ist eine Personengesellschaft, zu der sich mindestens zwei Personen zusammenschließen, um einen Geschäftszweck zu verfolgen.

Erfahre in unserer Checkliste zur GbR Gründung, wie du erfolgreich eine GbR gründest.

Die GbR ist die „Mutter der Personengesellschaften“. Ihre einfache Gründung macht sie attraktiv für viele Gründerteams. Zur Gründung einer GbR schließen sich mindestens zwei Personen zur Erreichung eines gemeinsamen Geschäftszwecks zusammen. Die GbR kann dabei zu jedem gesetzlich erlaubten Zweck geschlossen werden.

Die GbR und ihre Rechtsstellung

Wie bei allen Personengesellschaften, gilt die Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) nicht als eigenständige juristische Person. Sie kann jedoch gewisse Rechte und Pflichten erlangen.

Eine GbR kann niemals Kaufmannseigenschaften erlangen. Nimmt eine GbR ein Handelsgewerbe auf, wird sie zu einer Offenen Handelsgesellschaft (OHG).

Ausnahme: Kleingewerbetreibende gelten nicht als Kaufleute. Somit ist die Aufnahme eines Kleingewerbes im Rahmen einer GbR möglich.

Gründung einer GbR

Zur Gründung einer GbR müssen sich mindestens zwei natürliche oder juristische Personen zur Erreichung eines gemeinsamen Gesellschaftsziels zusammenschließen.

Ein mündlich oder schriftlich geschlossener Gesellschaftsvertrag bildet dabei die Grundlage für die Gründung. Der gemeinsame Geschäftszweck wird ebenfalls im Gründungsvertrag festgelegt.

Eine Kapitaleinlage ist nicht vorgeschrieben.

Die GbR-Geschäftsführung

Als Personengesellschaft gilt auch für die GbR die gemeinsame Geschäftsführungsbefugnis der Gesellschafter nach Außen. Das bedeutet, dass jeder Gesellschafter im Namen der Gesellschaft Rechtsgeschäfte tätigen kann.

Nur im Innenverhältnis kann es eine davon abweichende, interne Regelung geben.

Buchführung in einer GbR

Die Gesellschaft brügerlichen Rechts (GbR) gilt nicht als Gewerbebetrieb, daher gelten für sie die Regelungen des Handelsgesetzbuches (HGB) zur doppelten Buchführung nicht. Die GbR ist daher zur einfachen Buchführung per Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR) befugt.

Gewinn- und Verlustverteilung in einer GbR

Prinzipiell ist die Gewinn- und Verlustverteilung in einer GbR nach Köpfen geregelt. Jeder Gesellschafter erhält unabhängig von seiner Kapitaleinlage denselben Anteil an Gewinn und Verlust.

Den Gesellschaftern steht es jedoch frei, im Gesellschaftsvertrag eine davon abweichende, individuelle Regelung zu vereinbaren.

Haftung bei GbRs

Kennzeichnend für die GbR wie auch für andere Personengesellschaften ist die persönliche, solidarische und uneingeschränkte Haftung der Gesellschafter.

Die Gesellschafter haften nicht nur mit ihrem Gesellschaftsvermögen, sondern auch mit ihrem Privatvermögen unbegrenzt für alle Schulden der Gesellschaft.

Im Innenverhältnis können jedoch Rückforderungsansprüche (Regress) vereinbart werden.

Besteuerung von GbRs

Bei der Besteuerung kommen unterschiedliche Modelle zum Einsatz – je nachdem, ob die GbR als eigenes steuerpflichtiges Subjekt gewertet wird oder nur als Personenzusammenschluss.

Einkommensteuer & Erbschaftsteuer: Bei Einkommensteuer und Erbschaftsteuer stehen die einzelnen Gesellschafter im Vordergrund. Besteuert werden daher sie selbst, nicht die Gesellschaft als Ganzes.

Umsatzsteuer: Im Rahmen der Umsatzsteuer gilt das umgekehrte Prinzip. Die Gesellschaft wird als eigenständiges Subjekt besteuert.

Vor- und Nachteile einer GbR

Die Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) gilt als einfachste Form der Personengesellschaft.

Zu den Vorteilen einer GbR zählen daher:

  • Einfache Gründung
  • Kein Mindestkapital nötig
  • Formfreier schriftlicher oder mündlicher Gesellschaftsvertrag
  • Einfache Buchführung per EÜR
  • Hohes Ansehen bei Kreditinstituten durch persönliche Haftung

Die Nachteile einer GbR umfassen folgende Aspekte:

  • Gesamtschuldnerische Haftung der Gesellschafter
  • Kein Gewerbebetrieb möglich (Ausnahme: Kleingewerbe)
  • Einstimmige Beschlussfassung nötig
  • Private Besteuerung der Gewinne