Debitoor Lexikon

Rechnungsstellung & Buchhaltung einfach erklärt

Über 150 Artikel für Gründer und Kleinunternehmer

  1. Fremdkapitalfinanzierung
  2. Eigenbeleg
  3. Buchführungspflicht
  4. Buchhaltungsprogramm
  5. Crowdfunding

Eigenkapitalfinanzierung - Was ist Eigenkapitalfinanzierung?

Eigenkapitalfinanzierung ist die Unternehmensfinanzierung, bei der das Geld von den Eigentümern der Firma kommt. Das Unternehmen wird also durch eigene Mittel finanziert.

Neben der Eigenkapitalfinanzierung gibt es auch die Fremdkapitalfinanzierung, bei der eine unternehmensfremde Person oder Firma Geld in das Unternehmen gibt (z.B. in Form von Krediten).

Als Eigenkapital wird derjenige Teilbereich des Kapitals bezeichnet, der dem Unternehmer uneingeschränkt und unbefristet zur Verfügung steht. Ein anderer Begriff für Eigenkapital heißt Eigenmittel, und das Gegenteil davon sind Fremdkapital oder Fremdmittel.

Wie das Wort sagt, handelt es sich um Kapital aus eigenem Vermögen und Einkommen der Gründers.

Diese Definition lässt sich ohne jede Einschränkung auch auf die Finanzierungsart aus eigenen Mitteln, auf die Eigenkapitalfinanzierung übertragen.

Sie ist für jeden Unternehmer, für jede Firma und für jeden Selbstständigen die beste, die finanziell günstigste Finanzierungsart. Selbst wenn zur Eigenkapitalfinanzierung das Ersparte verwendet wird, so ist der Verzicht auf den Zinsertrag immer noch deutlich günstiger, also preiswerter als die Sollzinsen für ein vergleichbares Fremdkapital.

Formen von Eigenkapitalfinanzierung

Wenn du bei deiner Existenzgründung Erspartes einbringst, um einmalige Anschaffungen zu finanzieren, dann handelt es sich um eine ganz typische Form der Eigenkapitalfinanzierung.

Das Eigenkapital wird als Privateinlage auf das Firmenkonto eingezahlt und steht dort für die betriebsbedingten Ausgaben zur Verfügung.

Bei Kapital- oder Personengesellschaften wird das Eigenkapital also unter anderem durch die Einlagen der Gesellschafter erbracht. Die Summe der Einlagen ist das Gesellschafterkapital.

Eine andere Form des Eigenkapitals ist der Gewinn, der von dir im Laufe eines Geschäftsjahres erwirtschaftet wird.

Er kann ganz oder teilweise als Privatentnahme entnommen, und anschließend für den privaten Lebensunterhalt verwendet werden. Wenn du den Gewinn aber im Unternehmen lässt und nicht entnimmst, dann erhöht sich das Betriebsvermögen. Das Eigenkapital, also das selbst erwirtschaftete Kapital, steigt.

Wenn du selbst kein Kapital mehr in das Unternehmen einbringen kannst oder möchtest, hast du auch die Möglichkeit, dir einen Investor zu suchen. Dieser bringt Kapital in das Unternehmen und erhält im Gegenzug ein Anteil an deinem Unternehmen.

Bei der Eigenkapitalfinanzierung entstehen keinerlei Verbindlichkeiten gegenüber Dritten.

Konsequenz aus der Eigenkapitalfinanzierung

Jede Eigenkapitalfinanzierung macht dich als Unternehmer frei von äußeren Einflüssen.

Niemand kann bei der Finanzierung mitentscheiden, keiner hat ein Mitspracherecht in deinem Unternehmen. Du bist frei in deiner Entscheidung, wie du dein Kapital einsetzt und welche unternehmerischen Entscheidungen du triffst.

Die Bonität gegenüber der Hausbank wird umso besser, je höher das Eigenkapital ist.

Jede Eigenkapitalfinanzierung zeigt, dass du mit den eigenen finanziellen Ressourcen ohne fremde Hilfe, ohne eine Fremdfinanzierung, auskommen kannst.

Mit einem ausreichend guten Eigenkapitalpolster ist es im gegebenen Falle auch deutlich einfacher, einen Firmenkredit genehmigt zu bekommen.