Debitoor Lexikon

Rechnungsstellung & Buchhaltung einfach erklärt

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Dienstleistung - Was ist eine Dienstleistung?

Eine Dienstleistung ist ein immaterielles Wirtschaftsgut, das ein Dienstleister auf einem Markt anbietet und das von Kunden in Anspruch genommen werden kann. Dienstleistung heißt auf Englisch „service‟ bzw „services‟.

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Dienstleistungen zeichnen sich insbesondere dadurch aus, dass die Produktion bzw. Erbringung der Leistung zum gleichen Zeitpunkt wie deren Verbrauch stattfindet. Diese Gleichzeitigkeit nennt man das Uno-actu-Prinzip.

Dadurch unterscheiden sich Dienstleistungen von Waren bzw. Sachgütern, welche materiell sind und daher gelagert werden können. Dienstleistungen sind zum Beispiel eine Taxifahrt, eine Maniküre oder etwa ein Karriere-Coaching.

Dienstleister: Wer kann Dienstleistungen erbringen?

Der Dienstleister oder Dienstleistende ist die Person bzw. das Unternehmen, welche(s) die Leistung erbringt. Ein Dienstleister kann eine natürliche Person, d.h. ein rechtsfähiger Mensch, oder eine juristische Person (Unternehmen, Organisationen, etc.) sein.

Wie werden Dienstleistungen beim Rechnung schreiben erfasst?

Wichtig ist beim Rechnung schreiben, dass die erbrachten Leistungen auf der Rechnung erscheinen, denn das ist eine der Pflichtangaben auf rechtskonformen Rechnungen. Die genaueren Informationen zu den einzelnen Leistungen sollten dabei sein:

  • die Art der Dienstleistung,
  • der Umfang (z.B. Stunden),
  • sowie der Preis und die Umsatzsteuer.

Weiterhin wird oft auch eine ausführliche Beschreibung der Leistung hinzugefügt. So werden Missverständnisse über den Umfang und die Qualität der angebotenen Dienstleistung vermieden.

Welche Arten von Dienstleistungen gibt es?

Grundsätzlich unterscheidet man vier Arten von Dienstleistungen: Personenbezogene Dienstleistungen, sachbezogene Dienstleistungen, produktbegleitende Dienstleistungen und originäre Dienstleistungen.

Was sind personenbezogene Dienstleistungen?

Personenbezogene Dienstleistungen werden entweder an oder zusammen mit einer Person erbracht. Diese Leistungen finden also nur unter Beteiligung des Kunden statt. Diese Kundenbeteiligung kann sowohl aktiv also auch passiv sein.

Beispiel für eine aktive Beteiligung: Bei einem Sprachkurs bietet der Dozent eine Leistung an - das Lehren der Sprache. Doch ohne die aktive Beteiligung der Teilnehmer, z.B. durch das Beantworten von Fragen, ist ein Kurs kaum möglich.

Beispiel für eine passive Beteiligung: Ein Friseur bietet personenbezogene Leistungen an, da das Waschen, Schneiden, Färben, etc. an den Kunden erbracht wird. Der Kunde selbst muss dabei jedoch nichts aktiv tun.

Was sind sachbezogene Dienstleistungen?

Als sachbezogene Dienstleistung bezeichnet man eine Leistung, die nicht an einem Kunden ausgeführt wird, für den Kunden jedoch einen direkten Nutzen hat.

Erkundigt man sich telefonisch bei einem Versicherungsanbieter über dessen Leistungsspektrum, so nützen einem die gegebenen Auskünfte. Selbst beteiligt ist man an der Erbringung der Leistung jedoch nicht, da man lediglich zuhört und die Informationen aufnimmt.

Was sind produktbegleitende Dienstleistungen?

Als produktbegleitende Dienstleistungen oder auch industrienahe Dienstleistungen bezeichnet man Leistungen, die von einem Unternehmen zusätzlich zu einem erzeugten oder gehandelten materiellen Gut erbracht werden. Dadurch soll dem Kunden ein Zusatznutzen geboten werden. Man unterscheidet bei produktbegleitenden Dienstleistungen zwischen zwei Arten:

  • Pre-Sales-Services: Diese Leistungen finden vor dem Kauf des materiellen Guts statt. (z.B. eine Einführung für das Nutzen einer Nähmaschine)
  • After-Sales-Services werden dem Kunden dagegen nach dem Kauf angeboten. Das kann z.B. ein Reparaturservice oder das Beschaffen eines Ersatzteils für ein gekauftes Auto sein.

Was sind originäre Dienstleistungen?

Originäre Dienstleistungen sind Leistungen, die von Unternehmen erbracht werden, welche ausschließlich Dienstleistungen anbieten. Diese Unternehmen produzieren also keine Waren und handeln auch nicht mit materiellen Gütern.

Darunter fallen beispielsweise Unternehmensberater. Sie produzieren und verkaufen i.d.R. keine Produkte, sondern bieten ausschließlich Beratungsdienste an.

Welche Verträge kommen bei Dienstleistungen zustande?

Einigen sich ein Dienstleister und ein Kunde auf eine zu erbringende Leistung, so schließen sie einen Kaufvertrag ab. Bei Dienstleistungen unterscheidet man dabei zwischen zwei Arten von Verträgen, nämlich zwischen Dienstleistungsverträgen und Werkverträgen.

Was ist ein Dienstleistungsvertrag?

Bei einem Dienstleistungsvertrag verpflichtet sich der Dienstleister zur Erbringung einer Leistung, jedoch ohne deren Erfolg zu garantieren. Ein Dozent, der Sprachkurse anbietet, garantiert den Teilnehmern z.B. meist nicht automatisch das Erzielen guter Noten in der Abschlussprüfung.

Was ist ein Werkvertrag?

Bei einem Werkvertrag verpflichtet sich der Dienstleister dagegen zu einem Erfolg bei der Erbringung der Leistung. So verpflichtet sich ein Tischler beispielsweise dazu, einen stabilen Tisch herzustellen.