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Aktiengesellschaft (AG) - Was ist eine AG?

Die Aktiengesellschaft (AG) ist eine der bekanntesten Formen der Kapitalgesellschaft. Sie ist die übliche Gesellschaftsform für börsennotierte Firmen.

In unserer Checkliste zur Gewerbeanmeldung erklären wir dir, wie du deine AG richtig anmeldest.

Die Aktiengesellschaft (AG) ist neben der Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) die bekannteste Form der Kapitalgesellschaft.

Sie zählt zusammen mit der KGaA zu den börsennotierten Unternehmensformen in Deutschland.

Die AG wird darum auch als „große Schwester“ der GmbH bezeichnet.

Die Rechtsstellung der Aktiengesellschaft (AG)

Die Aktiengesellschaft (AG) zählt zu den Kapitalgesellschaften bzw. Handelsgesellschaften. Sie unterliegt als eigenständige juristische Person bestimmten Rechten und Pflichten.

Gründung einer AG

Um eine Aktiengesellschaft (AG) zu gründen, ist mindestens eine natürliche oder juristische Person nötig. Eine AG entsteht erst mit der Eintragung ins Handelsregister. Da sie eine Kapitalgesellschaft ist, wird sie wie die GmbH auch in Abteilung B des Handelsregisters eingetragen.

Ein Gesellschaftsvertrag muss ausgehandelt und wie bei der GmbH notariell beurkundet werden. Im Gesellschaftsvertrag wird Firma, Firmensitz und Gegenstand der AG sowie die Höhe des in Aktien zerlegten Grundkapitals geregelt.

Das Mindestgrundkapital für eine AG beläuft sich auf den doppelten Betrag des Stammkapitals einer GmbH – nämlich auf 50.000 €. Davon müssen mindestens 12.500 € zum Zeitpunkt der Gründung einbezahlt werden.

Organe und Geschäftsführung der AG

Die Organe der Aktiengesellschaft (AG) setzen sich folgendermaßen zusammen:

Geschäftsführung (Vorstand)

Jede AG hat analog zur GmbH einen oder mehrere Geschäftsführer, die vom Aufsichtsrat berufen werden. Sie vertreten das Unternehmen nach außen hin und bilden gemeinsam den Vorstand.

Aufsichtsrat

Der Aufsichtsrat ist ein Organ, das bei einer GmbH erst ab 500 Mitarbeitern, bei einer AG hingegen von Anfang an vorhanden sein muss. Er wird von der Hauptversammlung gewählt und hat den Vorstand zu benennen und zu überwachen. Er vertritt die Aktiengesellschaft (AG) gegenüber dem Vorstand.

Hauptversammlung

Hinzu kommt ein beschließendes Organ. Bei der GmbH handelt es sich dabei um die Gesellschafterversammlung, bei der AG um die Hauptversammlung. Hier kommen die Anteilseigner (Aktionäre) wenigstens einmal pro Jahr zusammen, um wichtige Entscheidungen zu fällen.

Buchführung in einer Aktiengesellschaft (AG)

Eine Aktiengesellschaft (AG) ist Formkaufmann und muss doppelte Buchführung nach den Vorschriften des HGB betreiben. Dazu zählt auch die Erstellung einer Bilanz am Jahresende.

Des Weiteren muss die AG - wie die GmbH auch - ihrer Publizitätspflicht nachkommen: das bedeutet, sie muss im elektronischen Bundesanzeiger den Jahresabschluss, evtl. mit Bilanz sowie Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) veröffentlichen.

Gewinn- und Verlustverteilung in einer AG

Die Gewinnverteilung richtet sich wie auch bei der GmbH nach den Geschäftsanteilen der Anteilseigner (Aktionäre). Je mehr Anteile (Aktien) an der AG ein Aktionär besitzt, desto größer ist auch seine Gewinnbeteiligung.

Die Summe je Aktie, den eine AG an ihre Aktionäre ausschüttet, nennt man Dividende. Sie wird von der Hauptversammlung festgelegt.

Ca. 40% vom Gewinn werden in der Regel nicht ausgeschüttet. Ein Teil des Gewinns wird also wie bei der GmbH zur Bildung von Rücklagen verwendet.

Haftung bei Aktiengesellschaften (AGs)

Die Haftung der Aktionäre ist beschränkt. Ähnlich wie bei der GmbH haften die Anteilseigner der AG nicht mit ihrem Privatvermögen, sondern nur mit ihren Anteilen, d.h. mit dem Wert ihrer Aktien.

Besteuerung von AGs

Wie die GmbH, so ist auch die Aktiengesellschaft (AG) ein steuerpflichtiges Subjekt, das besteuert wird. Zu den Steuerarten zählen analog zur GmbH:

Körperschaftsteuer: Aktiengesellschaften müssen auf ihre Gewinne in Deutschland Körperschaftsteuer zahlen.

Kapitalertragsteuer: Zusätzlich zur Körperschaftsteuer fallen auf die Gewinne, die die AG an ihre Aktionäre ausschüttet, auch noch Kapitalertragsteuer an.

Gewerbesteuer: Im Gegensatz zu Einzelunternehmen und Personengesellschaften existiert für AGs kein Freibetrag, auf den sie keine Gewerbesteuer zu zahlen haben. Für Ausschüttungen an Anteilseigner ist i.d.R. Kapitalertragsteuer abzuführen.

Umsatzsteuer: Auf ihren Umsatz muss die AG außerdem Umsatzsteuer entrichten.

Vorteile und Nachteile einer AG

Die Aktiengesellschaft (AG) ist eine beliebte Gesellschaftsform bei mittelständischen Unternehmen.

Die Vorteile einer AG umfassen:

  • Haftungsbeschränkung auf Aktienwert
  • Eigene Rechtsfähigkeit und hohe Reputation
  • Problemlose Übertragbarkeit von Anteilen
  • Finanzielle Unabhängigkeit durch Börsengang

Und das sind die Nachteile einer AG:

  • Notarielle Beurkundung des Gesellschaftsvertrags notwendig
  • Hoher Verwaltungsaufwand
  • Pflicht zur Bilanzierung nach HGB
  • Hohes Grundkapital von 50.000 €