Debitoor Lexikon

Rechnungsstellung & Buchhaltung einfach erklärt

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  1. Aktiengesellschaft (AG)
  2. Ausschüttungen

Aktie - Was ist eine Aktie?

Unter einer Aktie versteht man ein Wertpapier, das den Anteil des Aktionärs an einem Unternehmen verbrieft.

Aktien können nur von Kapitalgesellschaften ausgegeben werden. Lies hier nach, welche Unternehmensform die richtige für dich ist.

Die Unternehmensformen, deren Eigenkapital in Form von Aktien verbrieft wird, sind in Deutschland die Aktiengesellschaft (AG) und die Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA).

Funktionsweise von Aktien

Bei einer Aktie handelt es sich um ein Finanzierungsinstrument von Kapitalgesellschaften. Über den Verkauf von Unternehmensanteilen (Aktien) auf dem Aktienmarkt (Börse) können sich diese Unternehmen Kapital beschaffen.

Der Aktionär wiederum erwirbt mit dem Kauf der Aktie Unternehmensanteile und fungiert als Gesellschafter des Unternehmens. Mit dem Aktienkauf verbunden ist auch das Anrecht auf einen Anteil des Gewinns eines Unternehmens. Die Gewinne werden allerdings nicht immer voll als Dividende ausgeschüttet, sondern können auch im Unternehmen einbehalten werden.

Ausschüttung von Aktien: Nennwertaktie und Stückaktie

Wird eine Aktiengesellschaft gegründet, wird das Grundkapital des Unternehmens in Aktien aufgeteilt. Diese Aktien werden nun z.B. an der Börse ausgegeben – den Vorgang nennt man Emission. Dabei kann sich das Unternehmen entscheiden, ob es Nennwertaktien oder Stückaktien ausgibt.

Nennwertaktie

Bei der Ausschüttung von Nennwertaktien wird das Grundkapital nicht in gleichen Teilen auf alle Aktien verteilt. Beispielsweise können 100.000€ Grundkapital in 500 Aktien à 50€, 500 Aktien à 100€ und 25 Aktien à 1000€ aufgeteilt werden.

Stückaktike

Bei einer Stückaktie verteilt sich das Grundkapital hingegen gleichmäßig auf alle Aktien. Für 100.000€ Grundkapitel werden also beispielsweise 1.000 Aktien à 100€ ausgegeben.

Buchwert einer Aktie

Wie errechnet sich nun konkret der Buchwert einer Aktie? Bei der Ermittlung des Buchwerts kommt folgendes einfaches Rechenschema zur Anwendung:

Buchwert = Eigenkapital / Aktienanzahl

Liegt der Preis einer Aktie unter dem Buchwert, kann dies als mögliches Kaufsignal gewertet werden.

Börsenwert eines Unternehmens

Der Börsenwert eines Unternehmens ist eine wichtige Kennzahl – denn sie sagt aus, wie viel ein börsennotiertes Unternehmen auf dem Markt „wert“ ist. Der Börsenwert einer Aktiengesellschaft (AG) wird dementsprechend nach dieser Formel ermittelt:

Börsenwert = Aktienanzahl x Börsenkurs

Der Börsenwert entspricht dem Preis, den ein Käufer für die Übernahme / den Kauf des Unternehmens zahlen müsste.

Aktienkurs: Wechselspiel zwischen Angebot und Nachfrage

Einer der großen Vorteile von Aktien ist, dass sie frei gehandelt werden können. Dies kann sowohl über einen organisierten Markt (Börse) passieren, als auch außerhalb organisierter Märkte. Da die meisten Aktiengesellschaften in Deutschland an der Börse gehandelt werden, wird für Aktienkurs häufig auch das Synonym Börsenkurs verwendet.

Die Börse funktioniert – wie jeder andere Markt – auf Basis von Angebot und Nachfrage. Der Kurs einer Aktie steigt also, wenn mehr Aktien gekauft als verkauft werden. Der Kurs einer Aktie sinkt wiederum, wenn mehr Aktien verkauft als gekauft werden.

Was kann nun eine plötzlich steigende oder sinkende Nachfrage nach einer bestimmten Aktie beeinflussen?

  • Geplante Übernahmen
  • Prognosen für das kommende Geschäftsjahr z.B. Gewinnerwartungen
  • Gewinnwarnungen (Senkung einer bereits getätigten Prognose)
  • Politische Entscheidungen / Neue Gesetze
  • Branchenentwicklungen
  • Konjunktur

Diese und viele andere Faktoren können Einflussfaktoren für den Aktienkurs / Börsenkurs bilden.

Grundprinzipien des Aktienhandels

Nicht jeder kann einfach bei der Börse anrufen und eine Aktie erwerben. Der Aktienhandel funktioniert nach einem festen Regelwerk, wonach nur registrierte Börsenteilnehmer Aktien kaufen und verkaufen können. Dabei handelt es sich um Banken bzw. Broker.

Diese Broker können beauftragt werden, an Stelle von Privatkunden Aktien zu kaufen oder zu verkaufen. Der Broker bildet also die Schnittstelle zwischen Privatkunde und Börse.

Dabei wird ein Vertrag zwischen Broker und Privatkunde aufgesetzt, der die einzelnen Konditionen zur Eröffnung eines Aktiendepots – das wie ein Girokonto für Aktien funktioniert – regelt. So ähnlich wie sich eine Privatperson mit Girokonto Geld einzahlen oder auszahlen lassen kann, kann sie sich auch die Aktien in ihrem Aktiendepot „ausliefern“ lassen.

Rechte und Pflichten des Aktionärs

Die Hauptpflicht eines Aktionärs besteht in der Zahlungspflicht beim Aktienkauf gegenüber dem aktienausschüttenden Unternehmen.

Die Rechte von Aktionären sind im Aktiengesetz und der Satzung der Aktiengesellschaft geregelt. Dabei wird zwischen Vermögensrechten und Verwaltungsrechten unterschieden.

Vermögensrechte

Vermögensrechte beinhalten alle monetären Rechte des Aktionärs:

  • Dividende (Gewinnbeteiligung)
  • Bezugsrecht
  • Recht auf Liquidationserlöse

Verwaltungsrechte

Verwaltungsrechte umfassen verwaltungsrechtliche Regelungen zugunsten des Aktionärs:

  • Teilnahmerecht
  • Stimmrecht
  • Auskunftsrecht

Aktiengattungen

Es gibt einige unterschiedliche Aktienarten. Sie unterscheiden sich in den Rechten und Pflichten des Aktionärs, also z.B. nach Stimmrecht, Übertragbarkeit und Unternehmensanteilen, die mit der Aktie verbunden sind.

Stammaktie

Unter einer Stammaktie versteht man Aktien, deren Inhaber im Rahmen der Gewinnbeteiligung alle gleichgestellt sind, d.h. sie erhalten dieselbe Dividende.

Vorzugsaktie

Wie der Begriff „Vorzug“ schon suggeriert, bestehen bei Vorzugsaktien Vorrechte der Inhaber gegenüber den Inhabern von Stammaktien. Denkbar sind beispielsweise Gewinnausschüttungen zu fixen Prozentsätzen oder garantierte Dividendenausschüttungen, auch wenn andere Aktionäre nichts erhalten.