Debitoor Lexikon

Rechnungsstellung & Buchhaltung einfach erklärt

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  1. Abschreibungsmethode
  2. Bilanz
  3. Doppelte Buchführung
  4. Gewinn- und Verlustrechnung (GuV)

Abschreibung - Was ist eine Abschreibung?

Unter Abschreibungen werden Wertminderungen von betrieblichen Vermögensgegenständen verstanden

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In der Buchhaltung bezeichnet man Wertminderungen von Vermögensgegenständen des Anlagevermögens und Umlaufvermögens als Abschreibungen. Diese Wertminderungen beschreiben den Werteverzehr eines Wirtschaftsgutes in Folge seiner Abnutzung.

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Gründe für die Abschreibung von Gegenständen

Wirtschaftsgüter unterliegen durch ihre betriebliche Verwendung Abnutzungen. Diese Abnutzungen bzw. Wertminderungen können unterschiedliche Ursachen und Gründe haben:

  • Gebrauch
  • Zeitlich bedingter Verschleiß
  • Witterung
  • Technischer Fortschritt
  • Ablauf von Rechten

Die Wertminderung von Wirtschaftsgütern muss auch in der Buchhaltung richtig gespiegelt werden. Der Vermögensgegenstand wird also in jeder Rechnungsperiode abgewertet (abgeschrieben).

Abschreibungspflichtige Gegenstände

Das Handelsgesetzbuch regelt in § 253 Abs. 2 - 4 HGB, welche Vermögensgegenstände abgeschrieben werden dürfen. Dazu zählen Wirtschaftsgüter des Anlage- und Umlaufvermögens:

  • Grundstücke
  • Gebäude
  • Maschinen
  • Fuhrpark
  • Betriebs- und Geschäftsausstattung
  • Werkzeuge
  • Konzessionen
  • Patente
  • Lizenzen
  • Forderungen

Abgeschrieben werden dürfen die gesamten Anschaffungskosten eines Wirtschaftsgutes.

Festlegung der Anschaffungskosten

Die aktivierungspflichtigen Anschaffungskosten setzen sich zusammen aus:

Berechnung der Anschaffungskosten unter Berücksichtigung von Nettopreis, Preiserhöhung, Preisminderung und Anschaffungsnebenkosten

  • Nettopreis: Der Nettopreis bezeichnet den Listenpreis exkl. Mehrwertsteuer.
  • Preiserhöhungen: Preiserhöhungen können z.B. durch Kosten für Sonderausstattung oder Zubehörteilen bedingt sein.
  • Preisminderungen: Die klassische Preisminderung wird durch Skonti oder Rabatte gewährt.
  • Anschaffungsnebenkosten: Unter Anschaffungsnebenkosten fallen alle Kosten, die die Inbetriebnahme des Wirtschaftsgutes erst ermöglichen.

Beispiel:

Der Einzelunternehmer Max Mustermann kauft von seinem Autohändler einen Gebrauchtwagen für die betriebliche Nutzung um 5.200€. Da er beruflich viel unterwegs ist, lässt er vom Händler noch ein Navigationsgerät einbauen und kann darüber hinaus einen Preisnachlass von 7% erwirken. Da er das Auto ohne Kennzeichen nicht fahren darf, beantragt er zusätzlich ein neues Nummernschild. Die Anschaffungskosten des Gebrauchtwagens setzen sich nun folgendermaßen zusammen:

Berechnung der Anschaffungskosten anhand eines Beispiels: Kauf eines Betriebswagen (PKW)

Abschreibung über die Abschreibungstabelle (Afa)

Bei vielen Vermögensgegenständen des Anlagevermögens sind die Abschreibungsmethode und erwartete Nutzungsdauer in der Abschreibungstabelle AfA-Tabellen (Absetzung für Abnutzung) festgelegt, um Willkür vorzubeugen.

In dieser Abschreibungstabelle ist beispielsweise festgelegt, dass der Abschreibungszeitraum - also die Nutzungsdauer - für einen PKW 6 Jahre, für einen PC oder ein Notebook 3 Jahre und für Büromöbel 13 Jahre zu betragen hat.

Nach Ablauf der jeweiligen Nutzungsdauer ist das Wirtschaftsgut vollständig abgeschrieben und wird nun nur noch mit einem Restbuchwert von 0€ in der Bilanz ausgewiesen. Selbstverständlich kann das Wirtschaftsgut auch nach Ablauf dieser Zeit noch funktionsfähig sein und betrieblich genutzt werden.

Arten der Abschreibung

Zu den beiden gängigen Abschreibungsarten zählen:

Planmäßige Abschreibungen

Die in §253 III HGB festgeschrieben Regeln besagen, dass bei Gegenständen des Anlagevermögens die Anschaffungs- oder Herstellungskosten planmäßig im Wert zu senken sind, sodass der Wert des Vermögensgegenstands auf die Geschäftsjahre verteilt wird, in denen er voraussichtlich genutzt wird.

Beispiel:

Wenn zum Beispiel eine Maschine für 10.000 € gekauft wird, die 10 Jahre genutzt und dann kostenfrei entsorgt werden soll, so ist in jedem der 10 Jahre eine Abschreibung in Höhe von 1.000 € vorzunehmen, wenn diese Maschine linear abgeschrieben wird.

Außerplanmäßige Abschreibungen

Neben den planmäßigen Abschreibungen, die bei Anschaffung der Maschine bestimmt werden, sind in einigen Fällen außerplanmäßige Abschreibungen vorzunehmen. Dies ist dann der Fall, wenn der Wert des Vermögensgegenstands langfristig sinkt, zum Beispiel bei Beschädigung einer Maschine oder wenn der Wert von Wertpapieren sinkt.

Beispiel:

Die Anschaffungskosten einer Maschine betragen 10.000 €. Die Nutzungsdauer beträgt 10 Jahre. In den ersten 3 Jahren wird die Maschine ordnungsgemäß linear abgeschrieben, sodass sie im 4. Jahr nur noch einen Restbuchwert von 7.000 € aufweist. Leider geht die Maschine in diesem Jahr irreparabel kaputt. Im Rahmen einer außerplanmäßigen Abschreibung kann die Maschine nun mit ihrem Restbuchwert von 7.000 € vollständig abgeschrieben werden.

Abschreibungsmethoden

Der Abschreibungsbetrag pro Jahr ist abhängig von der gewählten Abschreibungsmethode. Zu den wichtigsten Abschreibungsmethoden zählen:

Lineare Abschreibung

Bei der linearen Abschreibung handelt es sich um die Regelform von Abschreibungen. Dabei wird angenommen, dass das Wirtschaftsgut über den gesamten Zeitraum gleichmäßig stark abgenutzt wird. Die Anschaffungskosten des Wirtschaftsgutes werden also gleichmäßig über die Nutzungsdauer hinweg abgeschrieben, der jährliche Abschreibungsbetrag ist immer derselbe.

Jährliche Abschreibung = Anschaffungskosten / Nutzungsdauer

Degressive Abschreibung

Anders als bei der linearen Abschreibung sind die Abschreibungsbeträge bei der degressiven Abschreibung nicht konstant, sondern sinken kontinuierlich. Diesem Prinzip liegt die Annahme zugrunde, dass gewisse Wirtschaftsgüter wie Produktionsmaschinen in ihrer Anfangszeit bei hoher Nachfrage stärker belastet werden. Der Abschreibungsbetrag orientiert sich dabei immer am aktuellen Restbuchwert des Wirtschaftsgutes – der jedes Jahr weiter sinkt.

Jährliche Abschreibung = Restbuchwert des Vorjahres x Abschreibungssatz

Abschreibungen mit fixem Abschreibungssatz (z.B. 20%) werden als geometrisch-degressive Abschreibungen bezeichnet, Abschreibungen mit variablem Satz als arithmetisch-degressive Abschreibungen. Eine Sonderform der arithmetisch-degressiven Abschreibung ist die Digitale Abschreibung.

Für aktuell bezogene Wirtschaftsgüter ist die degressive Abschreibung nicht mehr anwendbar. Sie kann nur noch für Vermögensgegenstände, die bis zum 31.12.2010 angeschafft wurden, in Anspruch genommen werden.

Progressive Abschreibung

Die progressive Abschreibung bildet das Pendant zur degressiven Abschreibung. Die Abschreibungsbeträge steigen mit zunehmender Nutzungsdauer kontinuierlich. Eine progressive Abschreibung ist beispielweise bei Anlagegegenständen wie Weingütern sinnvoll, deren Ertrag (und Nutzung) jährlich steigt.

Leistungsbezogene Abschreibung

Ähnlich wie die degressive Abschreibung berücksichtig auch die leistungsbezogene Abschreibung die unterschiedlich hohe Abnutzung eines Wirtschaftsgutes abhängig von ihrer Beanspruchung. Die Abschreibungsbeträge können je nach Beanspruchung des Vermögensgegenstandes jedes Jahr schwanken. So wird bei einem Betriebsauto beispielsweise nicht die Nutzungsdauer, sondern die Fahrleistung (gefahrenen Kilometer) für die Berechnung des Abschreibungsbetrags herangezogen.

Abschreibung von geringwertigen Wirtschaftsgütern (GWG)

Ein geringwertiges Wirtschaftsgut (GWG) bezeichnet einen Gegensatz mit Nettoanschaffungswert von bis zu 1.000 €.

Für die Abschreibung von GWG gibt es besondere Bedingungen und Vorschriften:

  • Wert unter 150€: Die Abschreibung von GWG unter 150€ erfolgt direkt im Anschaffungsjahr zu 100%.
  • Wert zwischen 150€ und 410€: Alternativ erfolgt die Abschreibung von GWG zwischen 150€ und 410€ entweder komplett im Anschaffungsjahr. Oder die Abschreibung wird über Sammelposten aus mehreren GWG über 5 Jahre durchgeführt.

Abschreibungen in der Buchhaltung

Abschreibungen werden in dem Jahr, in dem sie vorgenommen werden, als Aufwand verbucht. Auf diese Weise werden sozusagen die Periodenergebnisse verstetigt, indem die Kosten für die Anschaffung nicht in einzelne Geschäftsjahre einfließen, sondern auf alle Nutzungsjahre verteilt werden.

Dies hat zur Folge, dass Abschreibungen den Gewinn eines Unternehmens senken.

Beispiel:

Ein Unternehmen kauft einen neuen PC für 800€ in bar und schreibt diesen PC nun laut Afa-Tabelle über 3 Jahre ab.

Der Buchungssatz in der Bilanz zum Zeitpunkt des Kaufes lautet folgendermaßen:

Betriebs- und Geschäftsausstattung 800 € an Kasse 800 €.

Der Buchungssatz für die Abschreibung im ersten Nutzungsjahr lautet nun:

Abschreibung 266,67 € an Betriebs- und Geschäftsausstattung 266,67 €.


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