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Der Kunde zahlt nicht? Mustertext zur Schuldanerkenntnis

Nicht jeder Kunde zahlt sofort. Manche lassen sich gerne etwas länger Zeit. Um eine Verjährung der Ansprüche zu verhindern, solltest du eine Schuldanerkenntnis vereinbaren.


Lieferant und Kunde bei der Unterzeichnung der Schuldanerkenntnis

Nicht jeder Kunde zahlt sofort. Manche lassen sich gerne etwas länger Zeit. In diesem Fall wirst du vermutlich zuerst anrufen oder eine Mahnung schreiben.

Wenn dein Kunde trotz mehrmaliger Mahnung immer noch nicht zahlt, führt dies in der Regel zu einem gerichtlichen Mahnverfahren mit möglicherweise teurem Gerichtsverfahren. Außerdem besteht die Gefahr, dass deine Forderung innerhalb eines bestimmten Zeitraums verjährt. Über eine Schuldanerkenntnis kannst du für beide Fälle vorsorgen.

Was ist die gesetzliche Verjährungsfrist?

Ansprüche aus den von dir erbrachten Lieferungen oder Leistungen unterliegen grundsätzlich den gesetzlichen Regelungen zur Verjährung von Ansprüchen (§§ 194 bis 225 BGB). Die regelmäßige Verjährungsfrist beträgt dabei drei Jahre. Nur in besonderen Fällen gelten längere Verjährungsfristen - dabei handelt es sich aber wirklich nur um Ausnahmen.

Bitte beachte, dass die regelmäßige Verjährungsfrist immer zum Schluss eines Kalenderjahres endet. Dies ist der Schluss des dritten Kalenderjahres das dem Jahr der Entstehung deiner Ansprüche folgt.

Beispiel: Die Hartmann AG verkauft im Jahr 2013 IT-Dienstleistungen im Wert von 4.500€ an Susanne Kolber. Susanne Kolber ist diesen Betrag nach wie vor schuldig. Somit verjähren mit Ablauf des 31.12.2016 die regelmäßigen Ansprüche der Hartmann AG gegenüber Frau Kolber.

Die Schuldanerkenntnis: So verhinderst du die Verjährung

Würdest du also im Jahr 2017 noch einen Anspruch aus dem Jahr 2013 einfordern oder einklagen, so kann dein Kunde die so genannte Einrede der Verjährung erheben. Die Konsequnz ist, deine verjährte Forderung muss der Schuldner nicht mehr bezahlen (Sollte dein Kunde versehentlich diese Umstände außer Acht lassen, so kannst du dein Geld dennoch behalten - bezahlt ist schließlich bezahlt).

Willst du eine Verjährung deiner Forderungen verhindern, bleibt dir auf der einen Seite der Gang zur einer Anwaltskanzlei. Das ist allerdings kostenpflichtig.

Oder: Du triffst eine Vereinbarung mit dem Schuldner, dass deine Ansprüche auch über die gesetzliche Verjährungsfrist hinaus Bestand haben: Die Schuldanerkenntnis. Verbunden wird diese Art der Vereinbarung in vielen Fällen mit der Festlegung einer Ratenzahlung, den die wirtschaftlichen Schwierigkeiten deines Kunden sind in vielen Fällen der Hauptgrund für den Zahlungsrückstand deines Kunden.

Lass die Schuldanerkenntnis notariell beurkunden

Wenn du deine Ansprüche auch rechtlich durchsetzen möchtest, brauchst du nach unserer Rechtsordnung einen sogenannten (gerichtlichen) Titel.

Neben dem normalen Weg über ein gerichtliches Mahnverfahren und eine nachfolgende Gerichtsverhandlung, hast du auch die Möglichkeit das Schuldanerkenntnis notariell beurkundet zu lassen. Der Notar prüft hierfür die Echtheit der Unterschrift der beiden anwesenden Vertragspartner. Für diesen Vorgang fallen erheblich geringere Kosten als für ein streitiges Gerichtsverfahren nebst Anwaltshonorar an.

Sollte dein Kunde sich nicht an die getroffene Ratenzahlungsvereinbarung halten, so hast du dann die Möglichkeit mit der notariellen Urkunde gegen den Schuldner zu vollstrecken und deine Forderung in den nächsten dreizig Jahren einzutreiben.

Hier findest du das Beispiel für einen solchen Mustertext zur Schuldanerkenntnis mit Ratenzahlungsvereinbarung:

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