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Was du über Rechnungsstellung und Buchhaltung wissen solltest

Wie komme ich in die Künstlersozialkasse?

Künstler und Publizisten müssen im Gegensatz zu anderen Selbstständigen keine teure Privatversicherung abschließen. Sie können über die Künstlersozialkasse eine Künstlersozialversicherung abschließen - und sich darüber gesetzlich versichern lassen. Wie das geht, erklären wir dir hier.


Bild einer Musikerin, die in einem Plattenladen Gitarre spielt

Du bist freischaffender Künstler oder Publizist? Dann hast du bestimmt schon einmal von der Künstlersozialversicherung gehört. Sie ermöglicht es dir, trotz selbstständiger Tätigkeit in einer gesetzlichen Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung versichert zu werden.

Was ist die Künstlersozialkasse?

Die Künstlersozialkasse ist kein Leistungsträger, also z.B. keine Krankenkasse, sondern nimmt für Künstler und Publizisten die Künstlersozialversicherung als Teil der gesetzlichen Sozialversicherung vor, d.h. sie zieht nur die Beiträge für dich ein und führt sie an den jeweiligen Leistungsträger, z.B. die Krankenkasse ab.

Organisatorisch ist die Künstlersozialkasse eine Abteilung der Unfallkasse des Bundes.

​Warum gibt es die Künstlersozialkasse?

Als Freelancer und damit ohne festen Arbeitgeber zahlst du nicht in die Sozialversicherung ein, sondern du musst dich teuer privat versichern. Trotz Vollzeitarbeit bist du damit einem Arbeitnehmer gegenüber benachteiligt.

Um selbstständigen Künstlern und Publizisten den gleichen Schutz wie einem Arbeitnehmer in der gesetzlichen Sozialversicherung zu gewährleisten, wurde im Jahr 1983 die Künstlersozialversicherung in das System einbezogen. Über sie wird die Hälfte deiner privaten Versicherungskosten übernommen werden. 50% der Beiträge bezahlst du, 50% der Bund.

Was sind die Aufnahmekriterien der Künstlersozialkasse?

Als 'geschlossene Gesellschaft' wird die Künstlersozialkasse beiweilen kritisiert, weil es nicht einfach ist aufgenommen zu werden.

Um in die Künstlersozialkasse aufgenommen zu werden musst du nachweisen, dass du:

  • Künstler oder Publizist bist;

  • über 3.900 €/Jahr Arbeitseinkommen hast (Ausnahme: Berufsanfänger);

  • selbstständig erwerbstätig bist;

  • überwiegend im Inland, also Deutschland, tätig bist;

  • keine Arbeitnehmer beschäftigst.

​Wichtig ist, dass du mehrere Auftraggeber hast und nicht einen, da dir sonst Scheinselbstständigkeit vorgeworfen werden kann. Mit Hinblick auf dein Einkommen und deine Tätigkeit solltest du glaubwürdig und realistisch sein, da sich die Künstlersozialkasse vorbehält Stichproben zu machen.

Was muss ich beim Fragebogen beachten?

Du musst glaubhaft nachweisen, dass du ein Künstler oder Publizist bist. Sie wollen auch sehen, wieviel Arbeitgeber du hast und viel Geld du verdienst. Deshalb musst du Rechnungen von Auftraggebern einreichen, bei denen die Künstlersozialkasse auch nachfragt.

Schließlich sind es auch diese, also deine Arbeitgeber, die die sog. Künstlersozialabgabe leisten. Davon ausgenommen sind ausländische Arbeitgeber.

Die neuen Medien haben die Frage nach der Berufsbezeichnung Künstler oder Publizist erschwert. Ist ein Webdesigner ein Künstler? Ist ein Blogger ein Publizist?

Schon gewusst?
Auch Künstler müssen sich um Buchhaltung kümmern. Gut dass es Debitoor gibt, das online Rechnungsprogramm, das Kreativen die Buchhaltung und Rechnunsstellung erleichtert.


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