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Was du über Rechnungsstellung und Buchhaltung wissen solltest

Preiskalkulation Teil 2: Kostenermittlung und Gewinnspanne

Wie berechne ich meine Kosten? Und wie hoch setze ich meinen Gewinn an? Teil 2 unserer Serie zur Preiskalkulation dreht sich um diese beiden zentralen Fragen.


Kaffeehaus-Rechnung: Beispiel für Kosten im Rahmen der Preiskalkulation

Nun benötigst du deinen Taschenrechner - denn in Teil 2 unserer Serie zur Preiskalkulation wird fröhlich gerechnet. Die Kostenermittlung ist ein sehr wichtiger Schritt – schließlich willst du zumindest kostendeckend arbeiten können und kein Dumping betreiben. Und natürlich auch einen Gewinn erwirtschaften! Darum geht es jetzt – um Zahlen, Daten, Fakten.

Kostenermittlung: Welche Kostenarten fallen bei mir an?

Prinzipiell gibt es vier große Kostenarten, die im Rahmen der Preiskalkulation berücksichtigt werden müssen:

  • Materialkosten: Rohstoffe, Hilfsstoffe, Betriebsstoffe
  • Fertigungskosten: Löhne (Produktion), Miete (Produktionshalle), Energie (Produktion), Maschinen
  • Verwaltungskosten: Löhne (Verwaltung), Miete (Büro), Energie (Büro), Büroeinrichtung
  • Vertriebskosten: Löhne (Vertrieb), Miete (Lager), Marketing, Kundenservice, Lieferung, Buchhaltung

Nicht bei jedem Unternehmer fallen dieselben Kosten in derselben Relation an. Unser Smoothie-Startup-Gründer Markus L. hat einen typischen Produktionsbetrieb, daher finden sich in seiner Preiskalkulation später alle 4 Kostenarten wieder. In einem Dienstleistungsunternehmen können Materialkosten aber unter Umständen ganz wegfallen.

Wer aufmerksam gelesen hat, dem wird außerdem aufgefallen sein, dass manche Kosten mehrmals auftreten: Lohnkosten können sowohl in der Fertigung, als auch in der Verwaltung oder im Vertrieb entstehen und müssen entsprechend zugeordnet werden.

Kostenermittlung: Wie ermittle ich meine Selbstkosten?

Um deine Selbstkosten zu ermitteln, musst du deine Kostenarten nun mit Zahlen hinterlegen. Dabei berechnest du jeweils die Stückpreise – also deine Kosten pro produziertem Stück / pro erstellter Dienstleistung. Dafür musst du natürlich zuerst festlegen, wieviel du monatlich produzieren möchtest.

Grafik zur Preiskalkulation: Kostenermittlung

Zu unterscheiden sind in der Aufschlüsselung deiner Selbstkosten Einzel-, und Gemeinkosten. Einzelkosten können direkt zugewiesen werden, z.B. Rohstoffkosten: Markus L. möchte 5.000 Smoothies im Monat verkaufen. Er weiß, dass er für jeden Smoothie 250 g Obst zu 0,50 € benötigt. Fertig.

Anders bei den Gemeinkosten: Diese müssen erst prozentual aufgeteilt werden, z.B. Mietkosten: Seine Mietkosten von 650 € für Büro und Produktionsraum (=Lager) muss Markus L. erst durch 5.000 dividieren, um den Mietkostenanteil pro Stück zu erhalten.

Achtung: Bist du eine Kapitalgesellschaft (GmbH, UG, AG)? Dann musst du an dieser Stelle auch dein Gehalt miteinberechnen! Hier erfährst du, wie hoch du dein Gehalt ansetzen kannst: Was soll ich mir eigentlich als Geschäftsführer für ein Gehalt auszahlen?

Gewinnspanne: Wie hoch setze ich meine Gewinnspanne an?

Als Unternehmer willst du nicht nur kostendeckend arbeiten, sondern auch einen Gewinn erzielen. Die Gewinnspanne (= Gewinnmarge / Handelsspanne) ist stark branchen- und betriebsabhängig. Das bedeutet für dich: Hör dich in deiner Branche um und recherchiere im Internet!

Unser Smoothie-Verkäufer Markus L. weiß, dass die Marge von Getränkeherstellern in der Regel sehr niedrig liegt. Zwar ist die Produktion günstig, jedoch sind die Kunden ebenfalls sehr preissensitiv. Die Ausnahme: Der boomende Smoothie-Markt! Hier nehmen die Kunden höhere Preise gerne in Kauf. Markus L. kalkuliert daher eine Gewinnspanne von 30 % ein.

Achtung: Bist du Freiberufler, Einzelunternehmer oder eine Personengesellschaft? Dann musst du hier, nämlich bei der Gewinnberechnung, dein Gehalt miteinkalkulieren!

Nun hast du Schritt zwei deiner Preiskalkulation geschafft! Du hast dir einen Überblick über deine tatsächlich anfallenden Kosten verschafft und anschließend deine Stückkosten berechnet. Außerdem weißt du, wie hoch deine Gewinnspanne optimalerweise ausfallen wird.

Damit sind nun fast alle Werte ermittelt, die bei der Berechnung des Verkaufspreises berücksichtigt werden müssen. Kommen wir nun zum dritten und letzten Schritt: Der Berechnung von Skonto und Rabatt!

Preiskalkulation Teil 3: Berechnung des Verkaufspreises


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