Debitoor Gründerlounge

Was du über Rechnungsstellung und Buchhaltung wissen solltest

Bin ich scheinselbstständig?

Ein Wort geistert durchs Gründerhirn: Scheinselbstständigkeit.

Wie du dich eindeutig als selbstständig Beschäftigter ausweist und was du tun kannst, wenn du an deinem Status zweifelst – wir erklären es dir.


bin_ich_scheinselbststaendig.png

Es gibt viele Wege in die Selbstständigkeit: Der eine bereitet alles akribisch vor, besucht Kurse und nimmt Beratungen wahr.

Dann gibt es Leute, die einfach für irgendwen anfangen zu arbeiten, als „Freier“ oder „fester Freier“. Wenn du dieser Typ „Macher“ bist und dir rechtliche Rahmenbedingungen und Versicherungsfragen zuwider sind, dann solltest du aufmerksam weiterlesen.

Dein Status ist den Sozialversicherungsträgern nicht egal!

Du tust gut daran, deinen arbeitsrechtlichen Status genau zu überprüfen und gegebenenfalls zu korrigieren, bevor dir und deinem Auftraggeber die Deutsche Rentenversicherung oder die Krankenkasse zuvorkommen.

Diese Institutionen überprüfen, ob Betriebe ihre Beitrags- und Meldeverpflichtungen zur Sozialversicherung einhalten.

Du selbst musst dich als Selbstständiger um deine Versicherungsverpflichtungen kümmern.

Sozialmissbrauch auf deine Kosten

Sei es aus Unwissen oder sogar mit voller Absicht: Welches Unternehmen glaubt, durch dich als vermeintlich freien Mitarbeiter Kosten zu sparen, muss nachzahlen und macht sich eventuell sogar strafbar.

Zigtausende Pseudo-Selbstständige werden Jahr für Jahr aufgedeckt und nachträglich als „abhängig Beschäftigte“ eingestuft.

Wann wird der Sozialversicherungsträger misstrauisch?

5/6 deines Umsatzes stammen von einem Auftraggeber.

Der Arbeitsort und die Arbeitszeiten werden von deinem Auftraggeber vorgegeben.

Du warst früher angestellt bei deinem Auftraggeber und arbeitest jetzt frei für ihn.

Das Statusfeststellungsverfahren

Nicht selten führen Konflikte zwischen Auftraggeber und dir dazu, dass du durch eine Statusfeststellung deinem arbeitsrechtlichen Status auf den Grund kommen möchtest.

Lass es gar nicht erst so weit kommen und denke jetzt über deinen Status nach.

Wann arbeite ich wirklich selbstständig?

Auch wenn du mehrere Auftraggeber hast, würde im Falle einer Überprüfung jede Tätigkeit einzeln betrachtet.

Dem Sozialversicherungsträger und vor allem deinem Auftraggeber, dem du die beste Absicht unterstellen solltest, weist du dich durch folgende Kriterien als selbstständiger Unternehmer aus:

Checkliste: „Wann bin ich selbstständig?“

  • Du arbeitest für mehrere Auftraggeber.
  • Du trittst am Markt auf, hast eine Homepage, Briefpapier, Visitenkarten, ein Firmenschild, eigene Geschäftsräume usw.
  • Du gehst ein unternehmerisches Risiko ein und hast investiert.
  • Du handelst unabhängig und entscheidest selbst, wann und wo du deine Arbeit verrichtest.
  • Du bietest eine besondere Dienstleistung, die nicht gerade jeder machen kann.
  • Du beschäftigst einen oder mehrere versicherungspflichtige Arbeitnehmer.
  • Du kannst eine Bescheinigung des Existenzgründerzuschuss vorlegen.
  • Du bist nicht weisungsgebunden an deine Auftraggeber und immer in spezieller Mission unterwegs.
  • Du bist persönlich und wirtschaftlich unabhängig von deinem Auftraggeber.
  • Du schreibst Rechnungen auf deinen Namen.
  • Du hast deine Sozialversicherungspflicht professionell geklärt.

Merke: Genannte Merkmale sind Anzeiger und nicht alle müssen auf dich zutreffen. Deine Selbstständigkeit ist immer ein Einzelfall und würde auch individuell betrachtet werden, wenn es zu einer Überprüfung kommt.

Checkliste „Wann bin ich scheinselbständig?“

  • Dein Auftraggeber sagt dir, wann und wo du zu arbeiten hast.
  • Du bist Teil des Teams und arbeitest acht Stunden am Tag.
  • Du erledigst Aufgaben, die weder mit der Absprache noch mit deinem unternehmerischen Profil zu tun haben.
  • Du benutzt den Computer deines Auftraggebers.
  • Du arbeitest nur für einen Auftraggeber.
  • Je länger du für deinen einzigen Auftraggeber arbeitest, umso mehr verschlechtert sich das Verhältnis.
  • Sein Untergang ist dein Untergang.

Was ist, wenn ich nur einen Auftraggeber habe?

Ruhig Blut ... Der Anfang deiner Selbständigkeit unterliegt immer besonderen Bedingungen.

So ist es beispielsweise zu Beginn ganz normal, wenn du nur für einen Auftraggeber arbeitest. Auch gibt es den Sonderfall des „arbeitnehmerähnlichen Selbständigen“ .

Wichtig ist, dass du nachweisen kannst, dass du dich um mehrere Auftraggeber bemühst. Und dich im Zweifel bei der Clearingstelle der Deutschen Rentenversicherung um Aufklärung bemühst.

Die von Selbständigen im Expertenforum des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie gestellten Fragen bieten die Gelegenheit sich in die vielfältigen Berufswelten der Scheinselbständigkeit einzulesen.

Schon gewusst?
Wenn du selbstständig bist musst du dich auch schleunigst mit dem Thema Buchhaltung und Rechnungsstellung auseinandersetzen. Das Rechnungsprogramm Debitoor ist dabei der ideale Einstieg für alle, denen die Buchhaltung Kopfzerbrechen bereitet.


Ähnliche Fragen

Kann ich eigentlich noch Angestellter sein, wenn ich freiberuflich arbeite?

Welche Versicherungen brauche ich?

Wie komme ich in die Künstlersozialkasse?

Muss ich ein Kleingewerbe anmelden?