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Rechnung schreiben: Nettorechnung oder Bruttorechnung?

Eine Rechnung schreiben als Bruttorechnung oder Nettorechnung

Diese Frage stellt sich jeder Unternehmer, sobald er seine erste Rechnung schreiben muss: Was ist der Unterschied zwischen Nettorechnung und Bruttorechnung? Und wann muss ich netto oder brutto in Rechnung stellen?

Aber keine Sorge:

Wir erklären dir hier schnell und einfach, was es mit brutto und netto auf sich hat – und wie du dafür eine professionelle Rechnungsvorlage erstellst.

Rechnung schreiben: Was ist der Unterschied zwischen Nettorechnung und Bruttorechnung?

Eines vorab: Egal, ob du eine Nettorechnung oder Bruttorechnung schreiben musst: Die Rechnungssumme ist immer identisch. Der Unterschied zwischen Brutto Netto Rechnung bezieht sich nur auf die Darstellung der einzelnen Rechnungspositionen.

Bei einer Nettorechnung werden alle Rechnungspositionen mit Nettopreis angeführt. Daraus ergibt sich der Nettogesamtbetrag der Rechnung – also der Rechnungsbetrag OHNE Umsatzsteuer. Von ihm ausgehend wird dann in einem zweiten Schritt durch Hinzurechnung der Umsatzsteuer von 19% oder 7% der Bruttobetrag ermittelt.

Wenn du eine Bruttorechnung schreiben willst, verhält es sich genau anders rum: Alle Rechnungspositionen sind mit Bruttopreis angeführt. Zentral ist hier der Gesamtbruttobetrag – also der Rechnungsbetrag MIT Umsatzsteuer. Im Anschluss wird dann die Umsatzsteuer herausgerechnet und separat ausgewiesen.

Rechnungsvorlage: Wann muss ich eine Netto- oder Bruttorechnung schreiben?

Kommen wir zur zweiten wichtigen Frage im Rahmen der Rechnungsstellung: Wann stelle ich eine Netto- oder Bruttorechnung aus? Welche Rechnungsvorlage muss ich wann verwenden?

Das hängt von folgenden Faktoren ab:

  • Ist dein Kunde (Rechnungsempfänger) eine Privatperson oder ein Kleinunternehmer? (B2C)
  • Ist dein Kunde (Rechnungsempfänger) ebenfalls ein Unternehmer? (B2B)

Bist du selbst Unternehmer, ist dein Kunde hingegen eine Privatperson oder ein Kleinunternehmer, musst du auf eine Brutto Rechnungsvorlage zurückgreifen. Hier ist der Gesamtbruttobetrag der zentrale Betrag, da sich dein Kunde die Umsatzsteuer nicht wieder beim Finanzamt zurückholen kann.

Bist du selbst Unternehmer und ist dein Kunde ebenfalls Unternehmer, nutzt du normalerweise eine Netto Rechnungsvorlage, da dein Kunde die Umsatzsteuer (Vorsteuer) vom Finanzamt zurück erhält. Für ihn ist es daher wichtig, dass in der Rechnung für alle Rechnungspositionen der Nettopreis sowie der Gesamtnettobetrag ersichtlich ist.

Tipp: Du weißt nicht genau, wie man eine Rechnung schreibst? Dann lies hier nach, was auf einer Rechnung stehen muss.

Rechnungsvorlage Nettorechnung

Möchtest du eine Nettorechnung ausstellen, errechnest du zuerst den Gesamtnettobetrag aus allen deinen (in Nettopreisen angegebenen) Rechnungsposten – das ist der Rechnungsbetrag OHNE Umsatzsteuer.

Anschließend schlägst du 19% Umsatzsteuer auf und berechnest damit den Bruttobetrag der Rechnung.

Rechnung schreiben: Rechnungsvorlage Nettorechnung - Nettopreise ergeben Gesamtnettobetrag

Wie du siehst, sind in der Rechnungsvorlage Nettorechnung alle Rechnungspositionen mit Nettopreisen ausgezeichnet. Die Rechnungssumme ist ebenfalls als Nettobetrag ausgewiesen – erst im Anschluss wird die Umsatzsteuer aufgeschlagen und der Bruttobetrag errechnet.

Rechnungsvorlage Bruttorechnung

Bei einer Bruttorechnung ist es genau anders rum: Du summierst zuerst die Bruttobeträge aller (in Bruttopreisen angegebenen Rechnungsposten) und errechnest dadurch den Gesamtbruttobetrag – das ist der Rechnungsbetrag MIT Umsatzsteuer.

Anschließend ziehst du 19% Umsatzsteuer ab und berechnest damit den Nettobetrag der Rechnung.

Rechnung schreiben: Rechnungsvorlage Bruttorechnung - Bruttopreise ergeben Gesamtbruttobetrag

Wie du siehst, sind in der Rechnungsvorlage Bruttorechnung alle Rechnungspositionen mit Bruttopreisen ausgezeichnet. Auch der Rechnungsbetrag wird als Bruttobetrag ausgewiesen – die Zwischensumme dagegen, wie bei der Nettorechnung auch, als Nettobetrag.

Muss ich als Kleinunternehmer eine Netto- oder Bruttorechnung schreiben?

Bist du selbst Kleinunternehmer, stellst du dir an dieser Stelle vermutlich nun die Frage: Muss ich als Kleinunternehmer netto oder brutto in Rechnung stellen?

Die Antwort darauf ist per Definition eindeutig: Als Kleinunternehmer darfst du auf deiner Rechnungsvorlage keine Umsatzsteuer anführen. Das bedeutet, es handelt sich dem Rechnungstyp nach weder um eine Nettorechnung noch um eine Bruttorechnung – da in beiden Fällen ja die Umsatzsteuer berechnet und angegeben wird.

Viele bezeichnen eine Kleinunternehmerrechnung dennoch als Nettorechnung – im Sinne einer etwas irreführenden Definition: Da du keine Umsatzsteuer aufschlagen darfst, gibst du den Nettobetrag = Bruttobetrag als Gesamtpreis an.

Tipp: Lies hier nach, was du als Kleinunternehmer bei der Rechnungsstellung beachten solltest.

Rechnung schreiben mit einem Rechnungsprogramm: Nettorechnung oder Bruttorechnung

Mit einem Rechnungsprogramm wie Debitoor kannst du ganz einfach per Mausklick eine Nettorechnung oder Bruttorechnung schreiben. Du öffnest einfach eine neue Rechnungsvorlage und fügst Kunde und Produkt/Dienstleistung per Dropdown-Menü hinzu.

Jetzt kannst du entscheiden, ob du netto oder brutto in Rechnung stellen willst. Dazu schiebst du unter „Preisformat“ den Regler einfach auf „Brutto“ oder „Netto“ – und schon wird eine korrekte Bruttorechnung bzw. Nettorechnung ausgewiesen.

Versende die Rechnung jetzt einfach direkt per Mausklick aus deinem Rechnungsprogramm heraus. Fertig!

So einfach geht Rechnung schreiben.