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Rechnung schreiben als Heilpraktiker – So geht’s ganz einfach!

Du versinkst als selbstständiger Heilpraktiker im Buchhaltungschaos? Das kann schon mal passieren, gerade deshalb, weil du als Heilpraktiker wahrscheinlich nicht gerade viel Wissen in Sachen Rechnungen schreiben und dem Erstellen einer Steuererklärung mitbringst.

Rechnung schreiben für Heilpraktiker

Du widmest dich bestimmt lieber deinen eigentlichen Aufgaben, nämlich Diagnosen für deine Patienten zu stellen und ihnen zu helfen. Wie gut, dass wir dir in diesem Artikel ein paar nützliche und hilfreiche Tipps geben, wie du deine Buchhaltung als Heilpraktiker schnell, professionell und unkompliziert erledigst.

So sieht deine Musterrechnung als Heilpraktiker aus

Gerade, wenn du zum ersten Mal eine Rechnung schreibst, kann es viel Verwirrung geben. Wir zeigen dir im Folgenden, welche Angaben deine Rechnungen im Berufszweig Heilpraktiker enthalten sollten und zeigen dir außerdem, wie eine Musterrechnung aussieht, sodass du diese als Beispiel verwenden kannst.

Rechnungen als Heilpraktiker richtig schreiben

Für dich als Heilpraktiker gelten dieselben gesetzlichen Pflichtangaben, wie für alle Selbstständigen in Deutschland. Was auf einer Rechnung stehen muss, sind unter anderem dein Name und die Anschrift deines Unternehmens sowie der Name und Anschrift deines Kunden.

Außerdem muss die Heilpraktiker Rechnung sowohl deine Steuernummer oder deine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer, eine Rechnungsnummer, das Ausstellungsdatum und natürlich den Nettobetrag beinhalten. Diese Angaben dürfen auf der Rechnungsvorlage eines Heilpraktikers auf keinen Fall fehlen.

Wichtig bei der Rechnungsstellung als Heilpraktiker ist auch, dass die Einnahmen aus der Tätigkeit nicht der Umsatzsteuerpflicht unterliegen. Gemäß § 4 Nr. 14 Buchst. a UStG sind Heilbehandlungen im Bereich der Humanmedizin umsatzsteuerfrei. Als Heilpraktiker darfst du auf deinen Rechnungen demnach keine Umsatzsteuer ausweisen.

Eine weitere Besonderheit bei den Rechnungen, die du als Heilpraktiker erstellst, ist, dass du die Diagnose des Patienten angeben solltest. Dies könnte je nach Patient zum Beispiel eine Allergie oder eine Intoleranz sein.

Hier solltest du noch beachten, die Ziffern des ICD-10 anzugeben, das macht sich bei einer möglichen Erstattung durch private Krankenversicherungen für deinen Patienten meist bezahlt.

Natürlich müssen auch die Leistungen, die du erbracht hast, einzeln aufgeführt werden. Das könnten zum Beispiel eine Erstuntersuchung, Diagnosestellung, verschiedene medizinische Behandlungen und eine Nachuntersuchung sein.

Rechnungsvorlage für Heilpraktiker

Damit du genauere Vorstellungen davon bekommst, wie die Rechnung eines Heilpraktikers aussehen sollte, haben wir dir hier eine Rechnungsvorlage angefertigt. Diese Heilpraktiker Musterrechnung kann dir als Beispiel dienen, denn sie beinhaltet alle gesetzlichen Pflichtangaben.

Rechnungsvorlage Heilpraktiker

Um Zeit zu sparen und keine Fehler bei der Rechnungsstellung als Heilpraktiker zu machen, kannst du deine Rechnungen mit einer Buchhaltungssoftware erstellen. Hier kannst du aus professionellen, rechtskonformen Rechnungsvorlagen auswählen, die du an deine Heilpraktiker Tätigkeit anpassen und individuell gestalten kannst.

Buchhaltung als Heilpraktiker: Die Umsatzsteuer

Da die Einnahmen, die du als Heilpraktiker erwirtschaftest, nicht der Umsatzsteuerpflicht unterliegen, darfst du auf deinen Rechnungen keine Umsatzsteuer ausweisen, was ebenfalls bedeutet, dass du die Vorsteuer aus deinen Eingangsrechnungen nicht abziehen kannst. Dies solltest du unbedingt bei deiner Buchhaltung als Heilpraktiker beachten.

Deine Leistungen als Heilpraktiker sind allerdings nur dann steuerfrei, wenn ihnen eine ärztliche Verordnung zugrunde liegt. Eine heilberufliche Leistung liegt vor, wenn bei dieser ein therapeutischer Zweck im Vordergrund steht. Führst du bei deinen Kunden eine Maßnahme vor, die nur zum Steigerung des Wohlbefindens dient, musst du hierfür auf deinen Rechnungen Umsatzsteuer ausweisen.

Ebenso sind Coachings und Gruppenveranstaltungen, die von Heilpraktikern durchgeführt werden, umsatzsteuerpflichtig. Wie viel Umsatzsteuer du für deine spezifische Leistung genau ausweisen musst (im Regelfall 7 % oder 19 %), bringst du am besten bei einem Steuerberater in Erfahrung.

Sonja
Geschrieben von
am 22.06.20